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Markranstädt Pflege nicht mehr zu schaffen - Grundschule bald ohne eigenen Garten
Region Markranstädt Pflege nicht mehr zu schaffen - Grundschule bald ohne eigenen Garten
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13:58 19.05.2015
Schmuckstück und pädagogisch gerade für Stadtkinder wertvoll: Der Grundschulgarten im "Ast" wird zum Jahresende aufgegeben. Quelle: André Kempner

Alle Seiten bedauern das, suchen händeringend nach einer Lösung.

"Wir haben es uns nicht leicht gemacht", sagt Schulleiterin Simone Müller. Die Schule bedauere den Schritt selber, aber es gehe einfach nicht mehr. Die bislang im Schulgarten auch in ihrer Freizeit engagierte Lehrerin sei nun an einer anderen Einrichtung tätig, erklärt sie den eigentlichen Ausgangspunkt. Sie könne aber niemand anderen zu so einem Engagement verpflichten.

Laut Lehrplan habe sie eine halbe Stunde pro Klasse und Woche für den Garten zur Verfügung. Aufgespart auf die Vegetationsperiode seien das zwölf Stunden pro Woche für etwa zweieinhalb Monate im Frühjahr und sechs Wochen im Herbst. In der Realität habe sie aber diese Stunden kaum zur Verfügung. Denn sie könne nicht mit allen 28 Kindern pro Klasse in den Garten. Die Hälfte bleibe jeweils im Schulhaus, werde dort normal unterrichtet. "Wenn mal eine Stunde wegen Krankheit ausfällt, ist die Gartenstunde die erste, die entfallen muss", gibt sie zu bedenken.

Alle drei Grundschulen Markranstädts hätten bislang einen eigenen Schulgarten gehabt, erzählt die Erste Beigeordnete der Stadt, Beate Lehmann. "Gerade in der Kernstadt mit einem hohen Anteil von Kindern, die nicht in einem eigenen Garten aufwachsen, war diese pädagogische Arbeit besonders wert zu schätzen." Den Garten regelmäßig zu pflegen, sei aber Sache der Schule. Sie könne nicht einfach die städtischen Hausmeister für die Grundschulgartenpflege heranziehen. Sie hoffe, dass nach Fertigstellung des Anbaus der Grundschule noch einmal über den Schulgarten gesprochen werden kann.

Auch Detlef Jesche vom Kleingartenverein "Zum Ast" bedauert die Kündigung. "Der Garten war eine Bereicherung für den Verein, wurde auch immer gut angenommen." Über die Pflege habe der Verein Kontakt zu den Kindern und deren meist jungen Familien bekommen, die oder andere auch für den Kleingartenverein erwärmen können. Das ganze Projekt habe auch mal einen Bundespreis (die LVZ berichtete) gewonnen. Erst im Vorjahr sei der oberste europäische Kleingärtner aus Brüssel nach Markranstädt gekommen.

Rund 90 Jahre lang habe es, an unterschiedlichen Orten, immer einen Schulgarten gegeben, so Jesche. Aufgeben will er denn auch noch nicht. "Wir werden versuchen, den Garten irgendwie als solchen zu erhalten", sagt er. Vielleicht finde sich ja noch eine Lösung.

Auf die hofft auch Müller. Bis zu den Herbstferien werde der Garten noch gepflegt. "Was wir bräuchten, wäre jemand Verlässlichen, der uns kontinuierlich und ehrenamtlich im Garten unterstützt", sagt sie. Dann könne sie sich auch einen Weiterbetrieb vorstellen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2014
Jörg ter Vehn

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