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Pläne geplatzt: Landesdirektion fördert „Einzylinder“ nicht

„Zu wenig“ Pläne geplatzt: Landesdirektion fördert „Einzylinder“ nicht

Alles zurück auf Null-Null: Mit dem Bau einer behindertengerechten Toilette am Westufer des Kulkwitzer Sees wird es wohl wieder nichts in diesem Jahr. Grund: Jetzt hat die Landesdirektion ihre Förderzusage für das immer kleiner geplante und noch im Februar-Stadtrat beschlossene Projekt zurückgezogen.

In dieses frühere WC des Seglervereins sollten die Toiletten einziehen. Das Haus brach bei der Sanierung jedoch zusammen. Stattdessen sollte nun ein kleiner WC-Container aufgestellt werden.

Quelle: A. Kempner

Markranstädt. Alles zurück auf Null-Null: Mit dem Bau einer behindertengerechten Toilette am Westufer des Kulkwitzer Sees wird es wohl wieder nichts in diesem Jahr. Grund: Jetzt hat die Landesdirektion ihre Förderzusage für das immer kleiner geplante und noch im Februar-Stadtrat beschlossene Projekt zurückgezogen. Damit ist die unendliche Geschichte des als „Toilettenschlösschens“ bekannten Häuschens um ein weiteres Kapitel reicher.

Varante 1c sollte es werden, hatten die Stadträte entschieden. Ein 2,8 mal 3,7 Meter großes, vandalismushemmendes, behindertengerechtes Häuschen mit Vollwärmeschutz auf dem Parkplatz Oststraße am Eingang zum Kulkwitzer See. Ohne Dusche, ohne Geschlechtertrennung, ein WC für alle. Pur sozusagen. Einen kostbaren „Einzylinder“ taufte es flugs ein Briefeschreiber in der LVZ. Denn das stille Örtchen sollte inclusive Planung, Erschließung und Altbauabriss soviel kosten wie anderswo ein Einfamilienhäuschen: 153 860 Euro.

Dabei hatte die Verwaltung den Bau schon auf Wunsch der Räte immer kleiner gemacht. Anfangs waren noch vier Damen- und drei Herrentoiletten sowie ein WC für Behinderte im Gespräch gewesen. Rund 70 000 Euro sollte da der Umbau noch kosten, drei Viertel davon seien als Fördergeld bewilligt, hieß es da. Auf Wunsch der Freien Wähler wurde dann zwischenzeitlich mal eine Dusche hinzugeplant, dann war es wieder zuviel Edelstahl und es wurde erneut umgeplant.

Als dann das alte Häuschen im vorigen Herbst zu Beginn der Sanierung komplett zusammenbrach, wurde schließlich erneut umgeplant, entschied sich die Stadtspitze für die umsetzbare Toilettencontainer-Version.

So kam der Beschluss zum Umbau des früheren Toilettenhäuschens auf dem Parkplatz, der eigentlich schon 2014 gefasst wurde, in die Jahre, ging wohl auch etwas vergessen, dass es sich bei der beantragten Förderung eigentlich um eine Maßnahme zur touristischen Erschließung des Kulkwitzer Sees handeln musste. Immerhin: Es sollte eine touristische Hinweistafel an dem Gebäude angebracht werden.

„Nicht genug“, meinte am Montag eine Sprecherin der Landesdirektion auf Anfrage. Nur eine Toilette, das sei zur Förderung des Tourismus am Westufer des Kulkwitzer einfach „zu wenig“. Das entspreche nicht den Anforderungen, die an eine solche Maßnahme zu setzen seien. Das sei der Stadt vorige Woche mündlich mitgeteilt worden. Schriftlich bekomme sie es dieser Tage. Jetzt sei es Sache der Stadt, wie sie mit den Plänen weiterverfahre, so die Sprecherin.

Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt), am Montag Vormittag angefragt, äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht zu seinen Plänen. Er hatte erst vor wenigen Tagen auf Anfrage bestätigt, die Bauamtsleiterin beurlaubt zu haben. Möglich ist, dass er beim Stadtrat am Donnerstag sich dazu äußert.

In der Stadt und weit darüberhinaus hatte es Kritik wegen der hohen Kosten für den „Einzylinder“ gegeben. Auch eine Beschwerde über die geplante Förderung dieser Maßnahme ging in der Landesdirektion ein.

Immerhin hatte die Gemeinde Großpösna vorgemacht, wie preiswert man eine behindertegerechte Toilette samt Umkleide bauen kann: Weniger als 30 000 Euro benötigte das dortige Bauamt für den Neubau am Störmthaler See.

Von Jörg ter Vehn

Markranstädt Kulkwitzer See 51.3081438 12.2473156
Markranstädt Kulkwitzer See
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