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Planer zeigen geänderten Entwurf

Planer zeigen geänderten Entwurf

Über die Auslegung des überarbeiteten Bebauungsplanentwurfes „Westufer Kulkwitzer See" entscheidet der Stadtrat auf seiner Sitzung im Mai oder Juni. Vor einer Woche war Anwohnern, Vertretern der Bürgerinitiative „Pro Kulki kontra Bebauungswahn" (BI), Stadträten und dem Seebetreiber eine vereinfachte Version auf der nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt worden.

Markranstädt. Wie sich die BI dazu positionieren wird, entscheiden die Mitglieder am 13. April.

Mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan  (B-Plan) am Westufer des Kulkwitzer Sees werde die Stadt Markranstädt die baurechtlichen Voraussetzungen für eine geordnete, langfristige, städtbauliche Entwicklung dieses Stadtteils schaffen. Das teilte Claudia Lutz aus der Verwaltung mit. „Ziel des B-Planentwurfes ist die Ordnung der bestehenden Nutzungen durch Vereine, Badegäste und Gewerbetreibende, die Sicherung des Gebietes für Freizeit und Erholung sowie der Schutz der einzigartigen Flora und Fauna", erklärte Markranstädts Bürgermeisterin Carina Radon (CDU).

Um die komplexen Inhalte des B-Planes für alle an der Diskussion beteiligten Bevölkerungsgruppen nachvollziehbar darzustellen, hat der beauftragte Landschaftsplaner Hans Gerd Kleymann vom Büro „Planerzirkel, Garten- Landschaftsarchitekten" aus Halle die Planunterlage „Grünes Leitbild" erstellt. Diese zeigt auf Basis der bestehenden Situation eine Grafik der baulichen Nutzung, die Schaffung und Entwicklung eines neuen Wegesystems und Angebote für Freizeit und Erholung, heißt es in der Mitteilung. Diese Anregungen und Hinweise seien in mehreren Veranstaltungen öffentlich diskutiert worden und hätten wesentlich zu den jetzt vorliegenden Inhalten des B-Planes beigetragen. Bestehende  und geplante Nutzungen seien auf ihre Verträglichkeit zu der vorhandenen Flora und Fauna und die Sicherung der Wasserqualität des Sees untersucht und bewertet worden.

Die Reaktion der BI auf die Vorstellung fällt zwiespältig aus. Sprecherin Rosel Glöckner nannte die Veranstaltung „insofern konstruktiv, als sich die Planer viel Zeit nahmen, sich den vielen Fragen zu stellen und sie geduldig zu beantworten". „Der Geltungsbereich des B-Planes ist aber nach wie vor derselbe", stellte Glöckner fest und nannte den geänderten „weniger überfrachtet als den Vorläufer". Als Teilerfolge wertete sie folgende Punkte: den weitgehenden Verzicht auf Uferbebauung, das Abrücken von der Ferienhaus­siedlung, dem Veranstaltungszentrum, der Skateranlage und weiterer Zäune am Ufer. Die Sprecherin begrüßte den Bestand der Vereine, den Schutz der Natur wie zum Beispiel der Streuobst- und Magerwiesen in Richtung Pappelwald sowie den Erhalt des Piratenspielplatzes durch die Verlegung von Zufahrten und dass im Grünordnungsplan ein Ausgleich für die verbauten Flächen festgeschrieben wurde. „Vier Kernforderungen unseres Programms sind noch nicht realisiert worden", konstatierte Glöckner und nannte „die zwar aufgelockerte Wohnbausiedlung, wodurch aber dennoch die Wiesen unwiederbringlich verloren gehen, wenn daraus Privatgrundstücke werden". Sie kritisierte weiter den Bau eines zweiten, nur im Sommer genutzten Parkplatzes, zudem die ihrer Meinung nach viel zu große Straße, die die ehemaligen Wiesen vor dem Ufergelände zerteilt sowie die Errichtung eines Cafés mit Holzsteg im Uferbereich. „Wir wünschen uns, dass die Stadt und die Stadträte die Perspektive wechseln und sich fragen, ob es überhaupt nötig ist, am See zu bauen", bekräftigte sie.

Unterdessen bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ricardo Schulz den Eingang zumindest einer Anzeige wegen des Streites um den Status der umgeackerten Flächen. Diese hält die BI für Wiesen. Das Verfahren läuft zurzeit noch.

Kendra Reinhardt

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