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Markranstädt Prinzessin erhält Gemälde und mehr aus Friedenszimmer zurück
Region Markranstädt Prinzessin erhält Gemälde und mehr aus Friedenszimmer zurück
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14:41 19.05.2015
Wollen Kulturgut weiter in Markranstädt nutzen können: Jens Spiske, Gerhard Schmit, Hellmuth Matthes und Wolfgang Hainichen (von links) im historischen Friedenszimmer von Altranstädt. Quelle: Andrße Kempner

Vor gut 300 Jahren wurde hier Geschichte geschrieben (siehe Kasten). In einem kleinen Museum erinnert die Stadt Markranstädt an die damalige Zeit. Historische Porträts, Stuhl, Sessel und der barocke Tisch samt Tintenfass, an dem damals verhandelt worden war, zieren neben dem originalen Ofen das Ambiente, lassen die Atmosphäre nachempfinden.

Per Bescheid übertrug das Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen der Erbin des Hauses von Hohenthal, Christina Monika Prinzessin von Lobkowics, nun 16 Gegenstände aus dem Zimmer, darunter neun Bilder, den geschnitzten Barockstuhl und sogar das bleierne Tintenfass, wieder zurück. Ihre Familie war 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet worden, Ihr Antrag auf Rückübertragung des Gutes scheiterte zwar, nicht aber der zu ihrem Eigentum an den Mobilien. Allerdings seien diese mit einem öffentlichen Nießbrauch belastet, so die Formulierung im Amtsdeutsch.

Laut Ausgleichsleistungsgesetz durfte die Stadt Markranstädt 20 Jahre unentgeltlich davon Gebrauch machen. In einer Besprechung diese Woche kamen Rathaus, Schloss-Förderverein und Ortschaftsrat darüber überein, die Gegenstände in der Schau halten zu wollen. Man werde auf die Prinzessin zugehen und mit ihr darüber reden, sagte Bürgermeister Jens Spiske. Das solle ganz entspannt und in Ruhe sein, so die Erste Beigeordnete Beate Lehmann. Hellmuth Matthes, der neue Fördervereins-Vorsitzende, verwies auf die langjährige gute Zusammenarbeit mit den von Hohenthals. Außerhalb des Kontextes seien ihre Gegenstände vermutlich nicht von großem Wert, so Heimatgeschichtler Thomas Grose. Derer von Hohenthal werde angemessen im Gut gedacht, sagte auch Wolfgang Hainichen, der Ausstellungen und mehr zur Familiengeschichte initiierte. Er erinnerte daran, dass der Förderverein drei der Ölbilder auf eigene Kosten sanieren ließ.

Wie die Gespräche ausgehen, ist unklar. Auch das Landesamt stellte aber fest, dass die Mobilien fester Bestandteil der Ausstellung sind.

Altranstädt als europäisches Machtzentrum

Markranstädt. In Polen ist Altran-städt noch heute bekannt. Schließlich rang 1707 bei der Altranstädter Konvention der schwedische König Karl XII. dem deutschen Kaiser Josef I. die Glaubensfreiheit für Schlesien ab. Die dortigen Protestanten erhielten 120 ihrer Kirchen zurück, sechs Gnadenkirchen entstanden.

Die Konvention entstand zu einer Zeit, als Schweden bedeutende europäische Macht war. Im Großen Nordischen Krieg besetzte der schwedische König Karl XII. 1706 Sachsen, richtete im Altranstädter Schloss für etwa ein Jahr sein Hauptquartier ein. Mit dem Altranstädter Frieden von 1706 verzichteten die Wettiner auf die polnische Krone. August II. von Sachsen unterzeichnete den Vertrag Anfang 1707, führte an der Seite Russlands weiter Krieg gegen Schweden, siegte 1709, widerrief dann seine Unterschrift unter dem Friedensvertrag. Die Geschichte würdigt das Papier dennoch. Es habe verhindert, dass die beiden damaligen Kriege, der Nordische und der Spanische Erbfolgekrieg, zusammenflossen, heißt es.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.02.2014
Jörg ter Vehn

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