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Markranstädt Protonen-Zentrum wartet weiter auf Baubeginn
Region Markranstädt Protonen-Zentrum wartet weiter auf Baubeginn
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09:03 05.01.2019
So soll es aussehen, das geplante Protonentherapiezentrum in Markranstädt. Quelle: Schenk Consulting
Markranstädt

 Es soll wieder vorwärts gehen beim geplanten Protonentherapie-Zentrum in Markranstädt. Wie berichtet, möchten brasilianische Investoren in der Ranstädter Mark einen etwa 250 Millionen Euro teuren Komplex bauen, in dem Krebspatienten mit dem Protonen-Verfahren behandelt werden können. Das Ringen um das Projekt läuft in Markranstädt bereits seit dem Herbst 2016, damals hatte der Projektentwickler Hans-Jürgen Schenk ein 30 000 Quadratmeter großes Grundstück in der Siemensstraße gekauft – nachdem er zuvor in Halle ein bereits dort geplantes Zentrum platzen ließ.

Baustart verzögerte sich mehrfach

Ganz zu Beginn war der Baustart in der Ranstädter Mark für Frühjahr 2017 avisiert. Zunächst hatte ein vom Kreis geforderter Vorhabens- und Erschließungsplan die Arbeiten verzögert, Mitte 2017 wurde der erste Spatenstich auf das Frühjahr 2018 verschoben, dann auf den Herbst des selben Jahres. Nun habe der Projektentwickler ihm zugesichert, dass eine Beurkundung des Grundstücksverkaufs im Februar dieses Jahres erfolgen soll, erklärte der Markranstädter Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler) auf Nachfrage. Ein entsprechendes Gespräch habe im Dezember stattgefunden.

„Aufgrund eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans liegt bereits Baurecht für das Protonentherapiezentrum vor“, so Spiske. Die Stadt stehe dem Vorhaben sehr positiv zur Seite. Grund für die erneute Verzögerung seien Vorschriften des Geldwäschegesetzes, weshalb sich der Transfer der etwa 250 Millionen Euro verzögere, erklärte der Bürgermeister. „Sobald die Mittel freigegeben sind, wird das Projekt zügig umgesetzt.“

Bundesbank prüft

Wie von Insidern zu erfahren ist, muss die Bundesbank derlei Transaktionen prüfen, was einige Zeit in Anspruch nimmt. Wie lange so etwas genau dauere, ließe sich nicht sagen, heißt es. Diese Prüfungen entsprächen geltendem deutschen Recht und seien branchenüblich.

Die Aussagen des Bürgermeisters zur Beurkundung will Projektentwickler Schenk nicht bestätigen. Überhaupt werde er zum Projekt nichts mehr sagen, wie er auf Nachfrage der LVZ erklärte. „Das haben die Investoren so beschlossen.“

Vier Behandlungsplätze

Wie berichtet, soll in Markranstädt ein modernes Zentrum mit vier Behandlungsplätzen und einem dreiteiligen Gästehaus entstehen. Die Protonentherapie eignet sich nach früheren Aussagen des Projektentwicklers für etwa zehn Prozent aller Krebspatienten. Er selbst sprach im Juli 2017 im Verwaltungsausschuss von etwa 50 000 Patienten – deutschlandweit.

Bekanntlich wird bei der Protonentherapie ein spezieller hochenergetischer Strahl auf die Krebszellen geschossen. Vorteil der Technik: Gewebe vor und hinter dem Tumor soll weitgehend unverletzt bleiben, der Strahl punktgenau wirken. In Markranstädt soll das Zentrum – wie seine in etwa baugleichen Schwestern in Essen und München – eine Kapazität von 2000 Patienten jährlich haben.

Ab dem ersten Spatenstich sind für das Projekt rund drei Jahre Bauzeit veranschlagt. Wann der allerdings erfolgt, ist bislang noch völlig unklar.

Von Linda Polenz

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