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Protonentherapie: Planer rechnet mit Baustart für Anlage im Frühjahr

Drei Jahre Bauzeit Protonentherapie: Planer rechnet mit Baustart für Anlage im Frühjahr

Ruhig schien es geworden um das Protonentherapiezentrum in Markranstädt. Aber nur scheinbar. Hinter den Kulissen sei hart gearbeitet und geplant worden, so Projektentwickler Hans-Jürgen Schenk. Er rechnet mit einem Baustart im nächsten Frühjahr, „spätestens im Mai“, erklärte er diese Woche.

So stellen sich die Planer die Protonentherapieanlage vor: Gut zu erkennen die drei Finger für das Gästehaus, links das Behandlungszentrum.

Quelle: Schenk Consulting

Markranstädt. Ruhig schien es geworden um das geplante Protonentherapiezentrum in Markranstädt (die LVZ berichtete). Aber nur scheinbar. Hinter den Kulissen sei hart gearbeitet und geplant worden, so Projektentwickler Hans-Jürgen Schenk. Er rechnet mit einem Baustart im nächsten Frühjahr, „spätestens im Mai“, erklärte er diese Woche den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses.

Hauptgrund der Verzögerung sei der vom Kreis geforderte Vorhabens- und Erschließungsplan, so Schenk. Wie berichtet, hatte die Bauaufsichtsbehörde angesichts der Größe des Vorhabens und der geplanten Investition von 250 Millionen Euro auf den Extra-Schritt bestanden. Die Arbeiten daran gingen voran, so dass er auf den Satzungsbeschluss des Stadtrates am 5. Oktober hoffe. Danach würden die nötigen Verträge unterschrieben, könnten bis Dezember alle Bauunterlagen für die offizielle Baugenehmigung eingereicht werden. Wie berichtet, hatte der Kreis im Frühjahr bereits die Bauvoranfrage positiv beschieden.

Die Prüfung der Bauunterlagen sei sicher umfangreich, so Schenk. „Aber in Essen ist ein genau baugleiches Projekt schon umgesetzt worden“, hofft er auf Amtshilfe. Nach München und Essen werde in Markranstädt im Ballungsraum Leipzig/Halle das dritte Protonentherapiezentrum Deutschlands gebaut, „und ein viertes ist nicht in Sicht“, sagte er. Es gebe sonst lediglich kleinere Einrichtungen wie etwa an der Charité in Berlin, die sich auf Augen spezialisiert hätten.

Schenks Rechnung und die seiner Geldgeber ist einfach: Jährlich erkranken in Deutschland rund 500 000 Menschen neu an Krebs. Bei etwa zehn Prozent von ihnen, also 50 000, sei eine Behandlung mit der Protonentherapie medizinisch sinnvoll, so Schenk. Bekanntlich wird dabei ein spezieller hochenergetischer Strahl auf die Krebszellen geschossen. Vorteil der Technik: Gewebe vor und hinter dem Tumor sollen weitgehend unverletzt bleiben, der Strahl punktgenau wirken. Die Markranstädter Anlage werde wie ihre Schwestern in München und Essen eine Kapazität von 2000 Patienten jährlich haben, zusammen gebe es dann in Deutschland also eine Kapazität von etwa 6000 – für 50 000 mögliche Patienten. „Die Diskrepanz zwischen den Zahlen ist so groß, dass die Investoren gerne kommen“, erklärte Schenk.

Über die Geldgeber hat er bislang nicht viel gesprochen. Der LVZ zeigte er Fotos seiner Treffen mit einer reichen brasilianischen Familie, auch einen von einer brasilianischen Bank bestätigten Vertrag. Seine Investoren seien Deutschlandliebhaber, auch ihre Kinder würden hier studieren, so Schenk. Ökonomie und Gesundheitswesen seien für sie so überzeugend, hier investieren zu wollen.

Mit 60 Prozent Kassenpatienten und den gleichen Kostensätzen wie für eine Behandlung in Essen rechnet Schenk. 20 Prozent seien zudem privatversicherte Deutsche, 20 Prozent kämen aus dem Ausland.

Stadtrat Volker Kirschner (CDU), selber wie Bürgermeister Jens Spiske (FWM) Arzt, mahnte, den Patienten nicht falsche Hoffnungen zu machen. Die Protonentherapie sei schon eine sehr spezielle Therapie, sagte er. Spiske ergänzte, dass natürlich die Ärzte eine entsprechende Indikation auf eine Behandlung mit der Therapie geben müssten.

Rund drei Jahre werde die Bauzeit wegen der komplexen Technik betragen, erklärte Schenk. Baustart sei im Frühjahr, „spätestens im Mai.“

Update: Die Beschreibung der Anlage im Bildtext wurde korrigiert.

Von Jörg ter Vehn

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