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Queen of Tigers plant eigenen Tierpark

Nach Wildtierverbot in Zirkussen Queen of Tigers plant eigenen Tierpark

Seitdem Wildtierverbote für Zirkusse in Deutschland wie schon in Leipzig immer populärer werden, bangt Carmen Zander um die Zukunft ihrer Großkatzen. Materielle und auch menschliche Hilfe gibt ihr ein neuer Markranstädter Verein.

Die Queen of Tigers Carmen Zander mit ihrer weißen Dame: Saphira ist noch jung und auf Nähe aus.

Quelle: Kempner

Markranstädt. Seitdem Wildtierverbote für Zirkusse in Deutschland wie schon in Leipzig immer populärer werden, bangt Carmen Zander um die Zukunft ihrer Großkatzen. Materielle und auch menschliche Hilfe gibt ihr ein neuer Markranstädter Verein.

Shitstorms bei Facebook, böse Beschimpfungen im Netz - „das ganze geht auch an die Psyche“, erzählt die Dompteurin und Herrin von sieben Tigern. Sie wünscht sich eine Versachlichung der ganzen aufgeheizten Debatte. „Ich habe mein ganzes Leben meinen Tieren geopfert“, sagt sie. Als vor zehn Jahren im Safaripark Stukenbrock bei Paderborn eine Tigerdame fünf Babys zur Welt brachte, habe die Mutter ihren Nachwuchs nicht angenommen– „beim ersten Wurf kommt das schon mal vor“, weiß die Artistin mit Fachschulabschluss und gelernte Dompteurin. Der Park habe vor der Entscheidung gestanden, jemanden zu finden oder die Tiere einzuschläfern. „Und als ich mich bereit erklärt habe, schüttelten alle Experten mit dem Kopf. Fünf Tiere, bist du verrückt?“, erinnerte sich Zander, heute mit einem Lächeln.

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Aktuell hat Carmen Zander ihr Heim in Dölzig aufgeschlagen, sie sucht aber nach einer festen Bleibe, wo sie ihren Tiger-Park aufbauen, für die Besucher besondere Erlebnisse und Shows anbieten kann. Hier einige Bilder ihrer Tiere und des Vereins, der ihr bei der Arbeit hilft und weitere Unterstützer sucht.

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Wer die zierliche, aber energische Frau heute im Umgang mit ihren Großkatzen sieht, glaubt ihr, dass sie alle fünf mit der Flasche aufgezogen und auf sich geprägt hat. Das Ergebnis konnten schon Zirkusbesucher in halb Europa bestaunen. Carmen Zander, die Queen of Tigers, heimste überall Preise für ihre Shows ein. Zwei noch junge, weiße sibirische Tiger kamen in den letzten Jahren hinzu – auch diese Tiere habe sie gerettet, erzählt sie.

Die Tiger seien ihr Kapital, sie gut zu behandeln verstehe sich von selbst. Zwei bis drei Stunden Training am Tag, Zeit zum Schmusen, Spielen, Baden und Dösen – „ich wäre lebensmüde, wenn ich sie anders halten würde“, sagt sie. Sie übererfülle die Haltungsnormen für Zirkustiere. Die Geschwistergruppe aufzulösen, sei nach so viel Jahren kaum noch möglich. Und ein Auswildern schon gar nicht. Die Tiere seien keine Wildfänge, kämen auf sich gestellt in der Wildnis nicht mehr zurecht.

Aktuell pausiere sie, komme mit ihren Engagements und Shows gut klar. Aber für die Zukunft sorgt sie sich. Zusammen mit dem Verein „Rettet die Tiger“ arbeitet Zander aktuell daran, einen Tigerpark nahe Leipzig und der Autobahn aufzubauen. „Wir haben schon ein Grundstück gefunden, die dortige Gemeinde unterstützt uns auch“, so der Vereinsvorsitzende Ralph Salbach aus Frankenheim. Wo der Tigerpark hin soll, will er erst sagen, wenn die Verträge trocken und die Finanzierung gesichert ist. Denn zahlungskräftige Sponsoren würden noch gesucht.

In Markranstädt werde der Park nicht sein, stellt Zander klar. Über Seebenisch, wo die Tigerqueen vor einigen Jahren schon mal Quartier bezog und bei Wochenend-Shows hunderte Besucher begeisterte, hatte sie mit der Stadt beraten, wollte sich fest ansiedeln. Die Pläne seien aber vom Tisch, sagt sie. Das Grundstück sei zu feucht gewesen.

Der Verein versuche Carmen Zander bei der Haltung der Tiere zu helfen, erzählt Salbach. Tierarztkosten, Futtergeld (ein Tiger benötigt sechs bis acht Kilo Frischfleisch am Tag!), „auch bei den Vorstellungen helfen wir und sitzen etwa an der Kasse“, sagt er. Unterstützer würden dafür natürlich noch gesucht. Infos unter www.tiger-verein.de

Von Jörg ter Vehn

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