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Quirliges Jungtier überdeckt Trauer um Tod von Kater Gandhi

Tiger-Queen Carmen Zander Quirliges Jungtier überdeckt Trauer um Tod von Kater Gandhi

Ein richtiger Herzensbrecher beherrscht derzeit den Alltag von Tiger-Queen Carmen Zander. Ein sechs Monate alter Königstiger muss in ihre Tigergruppe eingelebt werden. Nach dem Tod von Tiger-Kater Gandhi im Februar soll er in ein paar Jahren der Herr im Katzenstall werden.

Er will nur spielen: Sechs Monate alt ist das Tigerjunges, das aktuell in die Gruppe integriert werden soll. Unter www.tiger-verein.de wird ab Monat ein Name für den Kater gesucht.

Quelle: Carmen Zander

Markranstädt/Dölzig.  Ein richtiger Herzensbrecher beherrscht derzeit den Alltag von Tiger-Queen Carmen Zander. Ein sechs Monate alter Königstiger muss in ihre Tigergruppe eingelebt werden. Nach dem Tod von Tiger-Kater Gandhi im Februar soll er in ein paar Jahren der Herr im Katzenstall werden.

Zander macht keinen Hehl aus ihrer tiefen Trauer nach dem Tod ihres Gandhi. Der Kater war der einzige Junge des vierköpfigen Tigerwurfes, den sie vom Tierpark Stukenbrock übernommen hatte. Zusammen mit Gabriele und Ralph Salbach vom Markranstädter Verein „Rettet die Tiger“ war intensiv um Gandhis Leben gekämpft worden. Das elfjährige Tier hatte sich lange nichts anmerken lassen, normal seine Auftritte absolviert. „Aber dann sabberte Gandhi so komisch und wir haben das überprüfen lassen“, erzählt Zander. Bis zur Uni-Klinik führte die Ärztereise. Diagnose: Krebs! „Am Ende blieb er auf dem OP-Tisch, erwachte nicht mehr aus der Narkose“, sagt Zander. Geblieben ist die Trauer – und eine 3000-Euro-Rechnung, für die der Tigerverein nun Sponsoren sucht. Kontakt und Spendenkonto unter www.tiger-verein.de.

Naherlebnis

Naherlebnis: Bei den exklusiven Streichelevents mit den TIgern von Carmen Zander sind die Gäste in einem Käfig geschützt mitten im Tigergehege. Die Tiere nehmen ungezwungen Kontakt mit den Besuchern auf

Quelle: Carmen Zander

„Wegen Gandhis Zustand habe ich natürlich eine geplante Frühjahrstournee abgesagt“, erzählt die Dompteurin. Aktuell verhandele sie nun mit einem der renommiertesten deutschen Zirkusse über eine Herbst-Winter-Tournee. Ab dem 30. Juni sei zudem immer freitags von 14 bis 20 Uhr eine Tierschau bei ihr in Dölzig geöffnet. Das sei keine Show, aber die Tiere seien draußen zu sehen, spielten herum, könnten baden gehen, „und ich bin selber vor Ort, um Fragen zu beantworten“, erzählt sie. Die gebe es immer reichlich, seufzt sie. Bekanntlich machen Tierschützer immer wieder mobil gegen die Haltung von Zirkustieren – auch wenn sie die dafür geltenden, strengen Vorschriften mehr als einhalte, so Zander.

So auch bei dem Jungtier, das sie Ende Mai aus Italien holte. Die Verwandschaftsverhältnisse seien genetisch überprüft worden, um etwa späteren Inzest zu verhindern, erklärt sie. „Das Geschwistertier hat übrigens Stephano Orfei-Nones bekommen“, sagt Zander. Der gilt in der Dompteur-Branche als Superstar. Mit ihm habe sie denn auch gleich eine Audienz bei Stephanie, Prinzessin von Monaco, gehabt, erzählt sie.

Ein sechs Monate alter Königstiger lebt sich gerade in Markranstädt ein. Nach dem Tod von Tiger-Kater Gandhi im Februar soll er in ein paar Jahren der Herr im Katzenstall werden. (Bilder: Carmen Zander)

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Der junge Kater, der gleich für Aufregung und Eifersüchteleien in der Gruppe sorgte, soll nun langsam in die Gruppe integriert werden. Nase an Nase beschnuppern gehe schon, aber erst in drei bis vier Monaten werde sie den jungen Kater zunächst mit Saphira zusammenbringen. Die weiße Katze wurde unlängst drei Jahre alt, ist ebenso Außenseiter in der sonst von den drei älteren Katzen (11) und früher Gandhi bestimmten Tigergruppe. Die Integrierung werde ein ganzes Stück Arbeit, weiß Zander, müsse langsam vonstatten gehen.

Mit dem Training für die Tournee und ihren exklusiven Streichelevents hat sie sowieso gut zu tun. Maximal zwei bis drei der Naherlebnis-Abenteuer gebe sie pro Woche, um die Tiere nicht zu überanspruchen. Diese dauerten auch jeweils zwei bis drei Stunden, „in denen die Gäste die Tiger ganz nah erleben und auch schon mal an den Fußsohlen krabbeln können“, erzählt Ralph Salbach vom Verein.

Von Jörg ter Vehn

Dölzig 51.346503 12.221682
Dölzig
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