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Markranstädt Radikaler Heckenschnitt sorgt für Verstimmung unter Kleingärtnern
Region Markranstädt Radikaler Heckenschnitt sorgt für Verstimmung unter Kleingärtnern
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11:13 26.07.2018
Soll die Sicherheit der Grundschulkinder erhöhen: Der Heckenschnitt an der Kleingartenanlage „Feierstunde“ erregt die Gemüter. Quelle: Foto: Rainer Küster
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Markranstädt

Am Montag begannen Mitarbeiter der Wohnservice Markranstädt GmbH im Auftrag der Stadtverwaltung mit dem Rückschnitt der Hecke zwischen Gärnitz und Seebenisch. Damit werde eine Auflage des Straßenverkehrsamtes des Kreises erfüllt, heißt es von der Stadt.

Der Rückschnitt der Hecke auf eine Höhe von 80 Zentimeter geschieht auf einer Länge von je 50 Metern zu beiden Seiten des Haupteingangs zur Anlage des Kleingartenvereins „Feierstunde“. Unmittelbar dahinter befindet sich auch der Schulgarten. Mit der Maßnahme solle die Sicherheit der Kinder erhöht werden, wenn diese von dort aus die Straße zur gegenüberliegenden Aufstellfläche überqueren müssen. Bisher sei die Hecke mehr als zwei Meter hoch gewesen und behinderte so beim Verlassen der Gartenanlage die Einsicht auf die Kreisstraße. Deren Fahrbahnrand verläuft mangels Fußweg direkt an der Hecke entlang.

Allerdings wird die Aktion von einigen Nebengeräuschen begleitet. Insbesondere unter den Kleingärtnern sorgte zunächst eine Verkehrsrechtliche Anordnung des Straßenverkehrsamtes beim Landkreis für Irritationen. Künftig soll auf der Kreisstraße im Bereich der Grundschule Kulkwitz in der Zeit von Montag bis Freitag zwischen 6 und 18 Uhr eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern gelten. „Ein kausaler Zusammenhang zwischen Tempo 30 und der Forderung zum Rückschnitt der Hecke besteht nicht“, entkräftet Rathaussprecherin Heike Helbig die Vermutung. „Diese Auflage erging bereits vor acht Jahren. Im Zuge der Verkehrsrechtlichen Anordnung wurde die Stadt jetzt nur aufgefordert, sie endlich umzusetzen.“

Dennoch sind die Kleingärtner aufgebracht. Mit dem Verschnitt der Hecke sei nun ein Teil des natürlichen Sicht- und Lärmschutzes verschwunden, kritisiert Matthias Wadewitz, Vorsitzender des Kleingartenvereins „Feierstunde“. Darüber hinaus sehe er nun seinerseits die Ordnung und Sicherheit in der Gartenanlage gefährdet. „Wenn hier jetzt jeder über die Hecke steigen kann, können wir die Tore gleich offen lassen“, schimpft er.

Nicht zuletzt kritisiert Wadewitz, dessen Verein auch das Areal der Hecke gepachtet habe, eine mangelnde Kommunikation. Man sei er nur vage über das Vorhaben informiert worden und von einem Termin habe er gar nichts gewusst. „Ich war überrascht, als ich am Montag von einem Gartenfreund angerufen wurde und er mir mitgeteilt hat, dass die Aktion schon läuft.“ Der Kulkwitzer Kleingartenverein habe sich zur Wahrung seiner Interessen inzwischen an den Kreisverband der Kleingärtner Westsachsen gewandt.

Von Rainer Küster

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