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Rampen am Markranstädter Bahnhof werden zu Graffiti-Kunstwerken

Großes Spray-Event Mitte April Rampen am Markranstädter Bahnhof werden zu Graffiti-Kunstwerken

Nach dem Mehrgenerationenhaus und dem Hofgebäude im Schulkomplex wagt sich Kunstlehrer und Graffiti-Fan Lars Eberlein jetzt an sein bislang größtes Projekt in Markranstädt: Rampen und Gänge des tristen Bahnhofstunnelsystems sollen zu gesprayten Kunstwerken werden.

Nach dem Farbkonzept der Stadt sollen die Wände jeweils innerhalb einer Farbskala gestaltet werden.

Quelle: Jörg ter Vehn

Markranstädt. Nach dem Mehrgenerationenhaus und dem Hofgebäude im Schulkomplex wagt sich Kunstlehrer und Graffiti-Fan Lars Eberlein jetzt an sein bislang größtes Projekt in Markranstädt: Rampen und Gänge des tristen Bahnhofstunnelsystems sollen zu gesprayten Kunstwerken werden.

Diese Woche stellte Eberlein seine Pläne dem Technischen Ausschuss vor, der auch seinen Segen gab. Kein Wunder – das hässliche Grau der Anlage, mutwillig irgendwie überall beschmiert, überzeugt wohl kaum einen. Und Eberleins bisherige Werke, etwa die „Buchstabensuppe“ auf dem Oberschulhof, überzeugten.

„Am Bahnhof sollen richtige Konzeptwände entstehen“, sagt er. „Künstlerisch anspruchsvoll“ würden sie werden, obwohl er den Künstlern selbst nur wenig Vorgaben machen will. Aber die Umstände für die seien so gut, dass nur Gutes dabei heraus kommen könne, meint er.

Denn gesprayt werden darf an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, am 16. und 17. April zum 160. Geburtstag der Bahnstrecke Leipzig-Großkorbetha. Derweil die Stadt rund um den Bahnhof ein Familienfest plant, bei dem die Oldtimer kommen, eine historische Dampf-und Diesellok ihre Runden dreht und die Gotthardbahn als Modell aufgebaut wird, haben die Sprayer ganz legal viel Zeit, ihre Ideen auf die riesigen Wände zu bringen. 40 verschiedene Flächen hat Eberlein schon im Konzept markiert, ob es am Ende auch so viele werden, entscheide sich durch die Zahl der Künstlergruppen, sagt er.

Er kenne viele dieser Kreativen in Leipzig, Dresden und Chemnitz, werde sie persönlich ansprechen und einladen. Angesichts der vielen Rampen, Treppen und schrägen Wände könne nicht jeder einfach mal so kommen und sich ausprobieren, erklärt er. Um bei diesen Wänden ein gutes Ergebnis zu erzielen, sei schon eine gewisse Kenntnis nötig. „Die ich ansprechen werde, sind alles Könner in ihrem Bereich“, versichert er. Bei der angestrebten Finanzierung von 10 000 Euro Gesamtkosten, von denen die Bahn rund ein Drittel tragen will, sei sogar die Übernahme ihrer Fahrtkosten möglich. Übernachten könnten die Künstler dann im Jugendclub oder einer Sporthalle, verpflegt würden sie vor Ort.

Bei den Motiven gebe es keine Vorgaben. So genannte Styles und Charakter seien möglich, „vom Comic bis zum Fotorealismus“ werde es alles an Gestaltung geben, ist er sich sicher. Die einzige Vorgabe der Stadt: Die verschiedenen Bereiche der Tunnelanlage sollen nach dem Farbkonzept der Stadt gestaltet werden. In der Stadtfarbe Grün etwa soll die lange Rampe zum Sportcenter hoch bemalt werden, der Aufgang zu den Gleisen wird in Orange-Tönen gestaltet, je eine Seite des Aufgangs zur Ziegelstraße in Rot oder Blau. Wie gut Bilder innerhalb nur einer Farbskala aussehen können, belegte Eberlein im Technischen Ausschuss anhand von Fotos großflächiger Graffiti-Kunstwerke.

„Das wird wie ein großes Event“, freut sich der Kunstlehrer schon. Aktuell sei er bei den ganzen Vorbeitungen, wolle zum Beispiel klären, ob die Wände noch vor der Ankunft der Sprayer alle einheitlich grundiert werden können. „Das wäre natürlich schon, wenn wir den Künstlern sozusagen eine Leinwand präsentieren, wenn sie schon zum Nulltarif hier bei uns ihre Kunstwerke hinterlassen“, meint er. Sonst müssten das die Sprayer an dem Wochenende selbst übernehmen, was bei schlechtem Wetter aber zu Problemen und Verzögerungen führen könnte.

Von Jörg ter Vehn

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