Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markranstädt Rathausumbau schlägt im Markranstädter Stadtrat hohe Wellen
Region Markranstädt Rathausumbau schlägt im Markranstädter Stadtrat hohe Wellen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:28 25.08.2010
Anzeige
Markranstädt

Am Dienstagabend kamen die Abgeordneten nun zu ihrer mittlerweile vierten Sondersitzung in dieser Legislaturperiode zusammen.

„Die Sitzung ist durchaus gerechtfertigt, wenn wir erfahren müssen, dass der Rathaus-Neubau um eine Summe von 135 000 Euro teurer wird“, begründete Frank Helge Meißner (SPD) den Antrag. Es könne nicht sein, dass die Stadtverwaltung einfach mehr Geld ausgebe, ohne vorab das Gremium zu informieren. Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) erklärte wiederholt an diesem Abend, dass es für den Neubau keine Kostensteigerung gebe. Mehr Geld sei nur für die Umbauten im Altbau verplant worden. „Hier wurde ein erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt“, machte sie deutlich. Die letzte Sanierung Anfang dieses Jahrzehnts sei nicht so erfolgt, dass die Maßnahmen noch die nächsten Jahre überdauern könnten. „Der Altbau steht unter Denkmalschutz, er ist sehr alt. Wir haben hier feuchte Wände und Defizite beim Brandschutz“, erklärte sie geduldig.

Stadtkämmerer Torsten Oschmann sagte gestern dazu, der Architekt habe einen Mehrbedarf von 135  000 Euro für die Sanierung berechnet, letztlich wurden davon aber nur Maßnahmen im Rahmen von 30 000 Euro realisiert. „Einige Arbeiten sind früher schon ausgeführt worden.“ Dazu gehöre beispielsweise die Dachdämmung, die nach der Heizungsumstellung durchgeführt worden sei. Für die Stadt bedeute dies einen Eigenanteil von 10 000 Euro. „Alle anderen Baumaßnahmen im Altbau haben wir sofort gestoppt“, betonte Oschmann gegenüber den Ratsmitgliedern am Vorabend.

Klaus Bräuning von der SPD versteht nicht, warum die Summe nicht schon früher in den Büchern der Stadtverwaltung aufgetaucht ist. Radon begründete das mit der Vielzahl an Beteiligten, die in den vergangenen Jahren in die Stadtsanierung involviert waren. Auch Heike Kunzemann (DIE Linke) war unklar, wie nach der Absegnung des Um- und Neubaus für rund 790 000 Euro durch den Stadtrat diese Kostensteigerung zustande kommen konnte. Zu der Antwort Radons, die sie schon Meißner gegeben hatte, merkte Kunzemann an, dass noch vor dem Umbau des alten Rathauses eine Ist-Analyse zum damaligen Zustand hätte erstellt werden müssen. Das sei allerdings nicht geschehen. Außerdem fürchtet sie, dass die zusätzlichen Kosten durch Kürzungen im sozialen Bereich abgedeckt werden. „Das ist reiner Populismus, und das wissen Sie auch“, antwortete Radon. „Auch Ihnen ist klar, dass wir die Gelder für die Stadtsanierung nicht mit Mitteln aus den sozialen Bereichen gegenfinanzieren können.“

Zwischenrufe begleiteten die Sitzung immer wieder. Der von den Linken und der SPD gestellte Antrag, eine Bürgerfragestunde in die Tagesordnung aufzunehmen, wurde mit einer Gegenstimme abgelehnt. Die rund 40 Zuhörer schreckte das jedoch nicht ab. Sie forderten lautstark eine Klärung, wo die zusätzlichen 30 000 Euro herkommen sollen.

Insgesamt kostet das Vorhaben Neubau und Umbau des alten Rathauses rund 790 000 Euro.

Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viele Spielplätze in Markranstädt und den Ortsteilen sind in jüngster Zeit angepackt worden. Auch in Döhlen, wo wieder mehr Kinder heimisch sind (die LVZ berichtete), soll demnächst was passieren.

24.08.2010

Auch wenn die Stadt bislang weitestgehend von Unwettern verschont geblieben ist, hätten die starken Niederschläge im August für Ängste besonders in den Ortsteilen Frankenheim und Lindennaundorf gesorgt, berichtete Claudia Lutz aus der Verwaltung.

20.08.2010

Der Bebauungsplanentwurf (B-Planentwurf) für das "Westufer Kulkwitzer See" in Markranstädt schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem sich die Vertreter von SPD und Linke verärgert darüber gezeigt hatten, dass die Verwaltung keinen Sonderstadtrat einberufen will und auf die Sächsische Gemeindeverordnung pochte, lenkt das Rathaus jetzt ein.

18.08.2010
Anzeige