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Rathausumbau schlägt im Markranstädter Stadtrat hohe Wellen

Rathausumbau schlägt im Markranstädter Stadtrat hohe Wellen

Die Kostensteigerung für den Rathausumbau und den angrenzenden Neubau liegt einigen Markranstädter Stadtratsmitgliedern schwer im Magen. So schwer, dass sowohl die Fraktion Die Linke als auch die SPD einen Antrag auf eine Sondersitzung des Gremiums gestellt hatten.

Markranstädt. Am Dienstagabend kamen die Abgeordneten nun zu ihrer mittlerweile vierten Sondersitzung in dieser Legislaturperiode zusammen.

„Die Sitzung ist durchaus gerechtfertigt, wenn wir erfahren müssen, dass der Rathaus-Neubau um eine Summe von 135 000 Euro teurer wird“, begründete Frank Helge Meißner (SPD) den Antrag. Es könne nicht sein, dass die Stadtverwaltung einfach mehr Geld ausgebe, ohne vorab das Gremium zu informieren. Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) erklärte wiederholt an diesem Abend, dass es für den Neubau keine Kostensteigerung gebe. Mehr Geld sei nur für die Umbauten im Altbau verplant worden. „Hier wurde ein erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt“, machte sie deutlich. Die letzte Sanierung Anfang dieses Jahrzehnts sei nicht so erfolgt, dass die Maßnahmen noch die nächsten Jahre überdauern könnten. „Der Altbau steht unter Denkmalschutz, er ist sehr alt. Wir haben hier feuchte Wände und Defizite beim Brandschutz“, erklärte sie geduldig.

Stadtkämmerer Torsten Oschmann sagte gestern dazu, der Architekt habe einen Mehrbedarf von 135  000 Euro für die Sanierung berechnet, letztlich wurden davon aber nur Maßnahmen im Rahmen von 30 000 Euro realisiert. „Einige Arbeiten sind früher schon ausgeführt worden.“ Dazu gehöre beispielsweise die Dachdämmung, die nach der Heizungsumstellung durchgeführt worden sei. Für die Stadt bedeute dies einen Eigenanteil von 10 000 Euro. „Alle anderen Baumaßnahmen im Altbau haben wir sofort gestoppt“, betonte Oschmann gegenüber den Ratsmitgliedern am Vorabend.

Klaus Bräuning von der SPD versteht nicht, warum die Summe nicht schon früher in den Büchern der Stadtverwaltung aufgetaucht ist. Radon begründete das mit der Vielzahl an Beteiligten, die in den vergangenen Jahren in die Stadtsanierung involviert waren. Auch Heike Kunzemann (DIE Linke) war unklar, wie nach der Absegnung des Um- und Neubaus für rund 790 000 Euro durch den Stadtrat diese Kostensteigerung zustande kommen konnte. Zu der Antwort Radons, die sie schon Meißner gegeben hatte, merkte Kunzemann an, dass noch vor dem Umbau des alten Rathauses eine Ist-Analyse zum damaligen Zustand hätte erstellt werden müssen. Das sei allerdings nicht geschehen. Außerdem fürchtet sie, dass die zusätzlichen Kosten durch Kürzungen im sozialen Bereich abgedeckt werden. „Das ist reiner Populismus, und das wissen Sie auch“, antwortete Radon. „Auch Ihnen ist klar, dass wir die Gelder für die Stadtsanierung nicht mit Mitteln aus den sozialen Bereichen gegenfinanzieren können.“

Zwischenrufe begleiteten die Sitzung immer wieder. Der von den Linken und der SPD gestellte Antrag, eine Bürgerfragestunde in die Tagesordnung aufzunehmen, wurde mit einer Gegenstimme abgelehnt. Die rund 40 Zuhörer schreckte das jedoch nicht ab. Sie forderten lautstark eine Klärung, wo die zusätzlichen 30 000 Euro herkommen sollen.

Insgesamt kostet das Vorhaben Neubau und Umbau des alten Rathauses rund 790 000 Euro.

Julia Tonne

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