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Reiter hoch zu Ross und in wundersamen Kostümen

Spaß beim 11. Thronitzer Ringreiten Reiter hoch zu Ross und in wundersamen Kostümen

Etliche verkleidete Männer und Frauen waren am Sonnabend beim 11. Thronitzer Ringreiten zu bewundern. Neben der sportlichen Herausforderungen hoch zu Ross steht bei dieser traditionsreichen Veranstaltung vor allem der gemeinsame Spaß der Teilnehmer und Besucher im Vordergrund.

Nach dem Ringreiten kommen Magdalena auf Pferd Melodie (links), Nele (vorn) und Zoey auf Pferd Monty zur Siegerehrung.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Was macht der Eisbär auf der Sommerwiese? Ganz einfach, er nimmt am Kostüm-Reiten teil. Denn unter seinem „dicken, weißen Fell“ versteckt sich ein menschliches Wesen: Der Markranstädter gehört zu etlichen verkleideten Männern und Frauen, die am Sonnabend beim 11. Thronitzer Ringreiten an den Start gingen.

Auch Indianer, Prinzessinnen, Piraten oder Bienen wetteiferten auf der Festwiese zwischen Thronitz und Schkölen um Sieg und Punkte. Sogar das Rotkäppchen hatte sich auf ein Pferd geschwungen. Eine ausgefallene Verkleidung folgte der nächsten: „Ja, und was kommt denn jetzt angaloppiert?“, rätselten die Besucher immer aufs Neue. „Irgend ein Tier? Aber welches? Ein Wolf!“, war beim Näherkommen zu erkennen. Schon von weitem war dagegen ein Drache mit großen Zacken zu sehen. Unter dem Kostüm steckte Ronny Messinger. Bevor sich der Thronitzer kostümierte, habe er am „einfachen“ Ringreiten teilgenommen. Aber, was heiße schon einfach. „So leicht ist es nicht“, bekannte Ronny. „Ich muss mich ganz schön konzentrieren. Das Tier halten, den Ring treffen… Pferde und Reiter müssen ein eingespieltes Team sein. Das Pferd muss Vertrauen haben.“

Ronny gehörte zu den 46 Reitern, die auf dem Rücken schneller Pferde versuchten, mittels Stab einen Ring vom hölzernen Tor zu heben. Beim Ringen um die Plätze wird die Zeit gemessen; beim Stechen werden dann die vordersten Ränge ermittelt. Hängt der Ring für die erwachsenen Reiter etwa drei Meter hoch, wird er für Kinder niedriger gesetzt. Die Regeln sind die gleichen. „Ich muss versuchen, den Stab festzuhalten und dann in den Ring stechen, sonst werden mir Punkte abgezogen“, erklärte Zoe Zänker. Gemeinsam mit ihrem Pony und Freundin Nele kam die Siebenjährige aus Kulkwitz zum Ringreiten. Magdalena aus Rodden im Saalekreis war die Dritte im Mädchenbund.

rDie Sechsjährige war nicht die einzige aus Sachsen-Anhalt: Auch aus Gestewitz, Schweßwitz oder, wie der Reit- und Fahrverein Grüne Aue, aus Lützen kamen die Teilnehmer. Andere ritten aus dem Pegauer Ortsteil Kleinschkorlopp (Landkreis Leipzig) auf die Festwiese. Die meisten der 46 Reiter kamen jedoch aus der näheren Umgebung von Thronitz. Denn Döhlen-Quesitz, Räpitz, Schkeitbar, Göhrenz und weitere Markranstädter Ortsteile haben eine lange Tradition im Ringreiten.

„Woher diese kommt, wissen wir nicht genau“, sagte Mary Pahlke vom Veranstalter, dem örtlichen Concordia-Verein. „Mitte der 50er -Jahre hat sie begonnen“, ergänzte Ronny Messinger: „Ich habe noch alte Schwarz-Weiß-Foto zuhause. Damals hatten ja die meisten Bauern Pferde. Deshalb nannte man den Wettkampf auch oft Bauernreiten. Die Teilnehmer ritten um das ganze Dorf, um die Thronitzer Ringstraße, herum.“ Doch gleich ob damals oder heute, ob erster oder letzter Platz – der gemeinschaftsfördernde Spaß sei au jeden Fall die Hauptsache. „Deshalb möchten wir die alte Tradition des Ringreitens aufrecht erhalten“, so die beiden Thronitzer.

Von Ingrid Hildebrandt

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