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Markranstädt Rettung für romanisches Portal in Kitzen
Region Markranstädt Rettung für romanisches Portal in Kitzen
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17:22 22.09.2010
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Kitzen

Vor fünf Wochen kam die Zusage über Fördermittel in Höhe von 17 000 Euro für die Sanierung des Portals von der Stiftung Denkmalschutz. In dieser Woche begannen die Arbeiten.

Restauratorin Birgit Menzel hat bereits die erste Säule an dem romanischen Rundbogenportal entfernt und durch eine Stütze ersetzt. Die Säulen werden in den nächsten Wochen in ihrer Werkstatt in einem Bad getränkt und langsam getrocknet, um sie zu festigen. „Sie sind am stärksten geschädigt, haben aber sehr schöne Oberflächen. Deswegen und weil sie sich immer noch am Besten ins Gesamtbild einfügen, sollen sie auf jeden Fall erhalten bleiben“, erklärt Menzel. Zukünftig sollen die Säulen entlastet werden, indem das Kapitell mit einer Eisenkonstruktion am Portal aufgehängt wird. Außerdem werden im Bereich des Sockels die Salze, die sich in den vergangenen 700 Jahren abgelagert haben, ausgewaschen. Dort wo im Portal bereits fehlende Stücke mit Zement ersetzt worden waren, wird dieser durch Mörtel ausgetauscht, so dass die einheitliche Optik gewahrt wird.

Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum nächsten Sommer andauern, da einige Schritte nur in den warmen Monaten durchgeführt werden können.

„Es gibt in Sachsen noch andere romanische Kirchen und Portale, aber dieses ist mit seiner Formensprache etwas Besonderes und deswegen absolut erhaltenswert“, sagt Menzel. Nach Einschätzung von Arndt Kiesewetter, stellvertretender Referatsleiter Restaurierung beim Landesamt für Denkmalpflege, stammt das Portal aus dem frühen 13. Jahrhundert, als das Bauwerk als Klosterkirche genutzt wurde. „Sowohl die ungewöhnliche Form der Kreuzkirche, als auch das Portal mit seinen Muschelverzierungen sind für eine Dorfkirche sehr ungewöhnlich“, weiß auch Ingrid Riedel, Vorsitzende des Fördervereins, die sich für den Erhalt des Bauwerks einsetzt.

Der Verein hatte sich 2007 gegründet, um die einst herrenlose Kirche in ihren Besitz zu überführen und damit die Voraussetzung zu schaffen, Fördergelder beantragen zu können. Mit der Stiftungsgründung im Frühjahr war dann eine sichere gesetzliche Grundlage geschaffen.

Noch stehen die Arbeiten zwar am Anfang. Doch Riedel sieht bereits die nächsten Aufgaben: Die Fundamente müssen dringend trocken gelegt werden. Außerdem der Dachstuhl erneuert und das Dach gedeckt werden – mit jeweils rund 70  000 Euro die teuersten Maßnahmen auf der Liste der in den nächsten fünf Jahren geplanten Schritte. Riedel hofft dafür auf die Hilfe durch das Landratsamt Leipziger Land, aber auch auf die Unterstützung durch die Kitzener Bürger.

Kerstin Leppich

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