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Markranstädt Richtfest: "Schul-Schiff" sticht in See
Region Markranstädt Richtfest: "Schul-Schiff" sticht in See
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13:49 19.05.2015
Schule Ahoi: Einige Grundschüler gestern Nachmittag beim Richtfest an ihrem neuen "Schul-Schiff". Quelle: André Kempner

So manches war gestern Nachmittag beim Richtfest für den Anbau der Grundschule Markranstädt angenehm anders.

Stadträte verschiedener Fraktionen plauderten miteinander, derweil Bürgermeister Jens Spiske (FWM) im Anbau seine Rede zu halten versuchte. Erst als Helfer den Lautsprecher umstellten, er mit der stellvertretenden Schulleiterin Annette Hofmeister und Dietrich aufs Gerüst gewechselt hatte, konnten die etwa drei Dutzend Gäste ihn auch verstehen.

Der Anbau sei nie umstritten gewesen, dankte Spiske den Stadträten. Sie hätten damit alle ein Zeichen gesetzt für junge Familien, Weichen gestellt für ein auch zukünftig attraktives Markranstädt. Spiske erinnerte an die Vorgeschichte des Areals, bei dem aus einer alten Industriebrache die Schule entstanden sei. Der jetzige Anbau in Schiffsform erhalte Bug, Sonnendeck und mehr. "Denn Schule soll auch Spaß machen", rief er den Kindern zu, von denen etliche in Matrosenuniform oder mit einem lustigen Seemannshut erschienen waren.

Beim Richtspruch lobte Dietrich, Maurer und Betonbauer, die Stadt für ihren Mut zum Außergewöhnlichen. Hier werde eine neue Ära geboren, verkündete er gar, bevor der Richtkranz über dem Bug einschwebte, Spiske und Hofmeister eine Flasche Sekt zerplatzen ließen.

Ein bisschen wie auf Wolke sieben schien Architekt Thomas Näther nach so viel lobenden Worten zu schweben. Als vor vielen Jahre der Slogan von der "Sportstadt am See" in Markranstädt umging, habe er die Idee fürs "Schul-Schiff" gehabt, sagte er. Jetzt sei er schon ziemlich stolz auf die Umsetzung, aber vor allem dass die Kinder die Idee des Baus schon verinnerlicht hätten, so mitzögen. "Zur Einweihung werde ich ein großes Steuerrad mitbringen", verkündete er im kleinen Kreis. Das solle dann über dem Bug auf der Kommandobrücke angebracht werden, flachste er.

Rund eine Million Euro inklusive Planung soll der Anbau kosten, ein Drittel gibt der Freistaat Sachsen als Fördermittel. Knapp 280 000 Euro stecken bislang im Rohbau, der nun bis zum Schuljahr 2015/16 mit Dämmung, Putz, Fenstern, Heizung und mehr fertig gestellt werden soll. Eine Holzbeplankung werde es nicht geben. "Die Fassade wird den Schiffskörper aber mit einer Verkleidung nachbilden", erklärte Näther. Fürs maritime Gefühl werde es sogar Relingsstangen geben und Rettungsringe.

Neben dem angenehmen und fantasievollen Äußeren schafft der Anbau vor allem Platz für die Grundschule. Sie wurde zweizügig gebaut, wird aber wegen großer Nachfrage seit Jahren dreizügig von rund 300 Schülerinnen und Schülern besucht. Insgesamt vier Räume entstehen im Anbau. Der größte im Erdgeschoss erhält Flügeltüren, damit auch Unterricht im Freien durchgeführt werden kann. "Ein Teil dieses Zimmers wird durch die Schiffsbrücke überdacht", so die Stadt. Im Obergeschoss gibt es zwei weitere Klassenzimmer sowie einen Gruppenraum. Mediathek, Erzieherraum und Lagerraum für Außenspielgerät ergänzen das Platzangebot.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2015
Jörg ter Vehn

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