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Rote Haube für Sankt Nikolai

Rote Haube für Sankt Nikolai

Durch die Kronen der alten Bäume blitzen Ziegel hervor. Kommt man ein Stück näher, ist die ganze Pracht zu sehen: Rote Schindeln leuchten in der Morgensonne und bezeugen: Das Dach der Kreuzkirche Sankt Nikolai Hohenlohe-Kitzen ist vollständig gedeckt.

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Weithin sichtbar: Die Kreuzkirche St. Nikolai Hohenlohe-Kitzen hat ein neues Dach bekommen.

Quelle: André Kempner

KITZEN. "Das ist unsere große Neuigkeit", freut sich Ingrid Riedel über die Fortschritte beim Erhalt des Sakralbaus: "Dach und Dachstuhl sind denkmalgerecht saniert." Holzwurm und Schwämme hatten sich am jahrhundertealten Gebälk zu schaffen gemacht. "Die Teile wurden abgeschnitten, neue Balken angeschuht und Biberschwanzziegel auf der 700 Quadratmeter großen Dachfläche eingesetzt", erläutert die Vorsitzende des Fördervereins der Kreuzkirche. Seit Jahren kümmert sich die Gruppe um das Kleinod. Seit 2010 ist der Förderverein Eigentümer, will das Kultur-und Baudenkmal bewahren und ein kulturelles Begegnungszentrum schaffen.

Gute Nachrichten gibt es auch, was das Äußere des Gotteshauses betrifft: "Die denkmalgerechte Fassadensanierung hat begonnen", sagt Riedel und weist auf verschieden große Steine am Ostflügel. Diese Steinsichtigkeit soll erhalten bleiben, erzähle sie doch die Geschichte der romanischen Kirche: Kleine Felssteine aus früheren Jahrhunderten wechseln sich mit größeren Sandsteinen späterer Jahrhunderte ab. An anderen Stellen ist Putz aufgetragen - sogenannter Opferputz. "Er wird etwa ein Jahr bleiben und soll die Nässe aus dem Mauerwerk ziehen", erklärt Riedel.

Erneuert werden auch die Kirchenfenster. Sie stammen ebenfalls aus unterschiedlichen Epochen - von der Romanik über Gotik bis hin zum 18. und 19. Jahrhundert. "Die Fenster im Ostflügel werden im eingebauten Zustand restauriert - im Nordflügel wird dagegen ein Fenster völlig ersetzt. Die historischen Scheiben können aber wieder eingesetzt werden", so die Kitzenerin.

Und wie schaut es im Innern aus? Ein großes "R" am Langschiff zeigt: Hier sind Restauratoren am Werk."Denkmalpfleger und Bauforscher untersuchen alles, was unter dem Putz ist, wollen wissen, welche Steine aus welchen Epochen stammen", so Riedel. Entdeckt wurde, dass es im Querschiff einst Altarnischen gab. Schritt für Schritt kommen nun die Geheimnisse von St. Nikolai ans Licht.

Doch manche Rätsel bleiben: Ist die Kirche aus dem 12. Jahrhundert älter als bisher angenommen? "Archäologen haben an Hand älterer Fundamentteile herausgefunden, dass es in Kitzen eine frühere Kirche gegeben haben muss." Fest steht: Die kreuzförmige Saalkirche ist nicht nur einmalig in Sachsen. Sie ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Den kulturhistorischen Wert wissen nicht nur Denkmalpfleger zu schätzen.

Auch die Kitzener merken, unser Ort hat etwas Besonderes und unterstützen den Förderverein und die gemeinnützige Stiftung "Kulturdenkmal Kreuzkirche Sankt Nikolai" mit Geld, Sachspenden und Eigenleistungen. So haben die Kitzener "Tonnen von Schutt vom Dachboden geräumt, Fensterscheiben geputzt und vieles mehr ehrenamtlich geleistet; erst kürzlich wurden Blitzschutzarbeiten durchgeführt", berichtet Gründungsstifter Siegwald Bielesch. Auch Brunhild Johannsen gehört zu den Engagierten: "Einmal im Monat finden Kultur-Sonntage statt. Ob Folk oder Oldies, Orgel oder Gesangs-Quartett, Lesung oder Ausstellung - wir sprechen verschiedene Interessen an: Die Kreuzkirche St. Nikolai ist offen für alle."

iwww.sanktnikolaikitzen.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.08.2014
Ingrid Hildebrandt

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