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Markranstädt Schausteller kippen Eintritt zur Festwiese beim 141. Kinderfest
Region Markranstädt Schausteller kippen Eintritt zur Festwiese beim 141. Kinderfest
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07:00 16.06.2016
Auf der Festwiese geht es rund: Mitarbeiter der Firma Volklandt aus Zwenkau bauen ihren Hard-Rock-Express beim Kinderfest Markranstädt auf. Quelle: Jörg ter Vehn
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Markranstädt

Am heutigen Donnerstag beginnt das Markranstädter Kinderfest. Zur 141. Auflage nach 170 Jahren gibt es zwei wesentliche Neuerungen: Aus den traditionellen Kinderfesttassen für alle engagierten Umzugsteilnehmer werden Schalen. Und auf der Festwiese am Bad ist der Eintritt zum Rummel frei. Letzteres allerdings nicht ganz freiwillig.

Vorigen Donnerstag sei der Schaustellerbetrieb Jürgen Seiferth, der in den letzten Jahren den Rummel organisiert und im Vorjahr auch für dieses Jahr zugesagt habe, plötzlich abgesprungen und habe sie sitzen lassen, erzählt Franz Haenel, langjähriger Aktiver vom Kinderfestverein. Auf die Schnelle habe Ersatz beschafft werden müssen, entsprechend ungünstig seien die Bedingungen nun für den Verein. Und weil die Festwiese mit Kindereisenbahn, Ponyreiten, Waffelbäckerei und einem Karussell nur halb voll sei, könne auch kein Eintritt mehr verlangt werden, obwohl schon Kinderfest-Plaketten für fünf Euro verkauft worden seien, erläutert die Vorsitzende Sandra Thuselt das Dilemma.

Schausteller Seiferth erklärt, er habe nie einen Vertrag für Markranstädt unterschrieben. „Als wir verhandelt haben, wollte der Verein hohe Platzgelder von uns haben und auch noch Eintritt von den Besuchern verlangen. Das kann ich keinem Schausteller zumuten“, sagt er. Er müsse schließlich ein Geschäft betreiben.

Thuselt beteuert, dass der Verein auch hohe Kosten habe. Von den Einnahmen werde unter anderem das Feuerwerk bezahlt, würden die Schalen für die Kinder finanziert, müssten der Festumzug organisiert, die Straßensperrungen und die Gebühren dafür aufgebracht, Werbung und Plakatierung getragen und auch der Familientag im Bad am Sonnabend bezahlt werden, listet Haenel auf.

Bei einem Etat zwischen 10 000 und 20 000 Euro pro Jahr entfalle rund die Hälfte auf die Eintrittsplaketten zum Fest, so Haenel. Thuselt hofft, dass trotzdem viele die Plaketten erwerben und damit ihre Solidarität mit dem Verein und seinen Aktivitäten zeigen. Schließlich gebe es auch abseits der Festwiese viel zu erleben beim Kinderfest, sagt sie und erinnert an das Programm von Artistik und Musical über die Kinderfestgala, den Familientag im Bad bis zum Festumzug am Sonntag. Der hatte irgendwie das Thema wohl schon geahnt: „So ein Zirkus“, lautet es diesmal.

Schon immer habe es den Eintritt zur Festwiese beim Kinderfest gegeben, erinnert sich Haenel. Die Beschwerden darüber seien fast immer nur von den Schaustellern gekommen, selten von den Festbesuchern, meint Thuselt.

Schausteller Enrico Volklandt aus Zwenkau, der als Ersatz für Seiferth einsprang, sieht das anders. Er hatte auch den Aufbau seiner Geschäfte davon abhängig gemacht, dass kein Eintritt verlangt wird. „Ein Volksfest funktioniert heute nicht mehr über Eintrittsgelder“, sagt er. Daran sei der Rummel beim Kinderfest in den Vorjahren auch kaputt gegangen. „Die Leute wollen eben nur einmal Geld bezahlen“, ist seine Erfahrung.

Neben dem schnellen Fahrgeschäft Hard-Rock-Express für junge Leute will er ein Schmeckerchen für alle auf der Wiese aufbauen: Die tonnenschwere grüne Nostalgie-Eisenbahn aus dem Jahr 1902 von der Leipziger Kleinmesse – für viele Große eine Erinnerung an erste Rummel-Erlebnisse aus Kindheitstagen.

Von Jörg ter Vehn

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