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Markranstädt Schloss Altranstädt: Gestochen scharfe Bilder von Margot Bitzer
Region Markranstädt Schloss Altranstädt: Gestochen scharfe Bilder von Margot Bitzer
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14:12 19.05.2015
Linie um LInie hebt Margit Bitzer auf der Kupfertrafel aus, bis de Stich fertig ist. Gerhard Stier (l.) und Harald Schönzart schauen dabei zu. Quelle: André Kempner

Mauern, Fenster und vor allem das Dach - einige Monate wird die Kupferstecherin noch mit der Lupe daran sitzen. Keine Seltenheit, meinte die 78-Jährige beim Schaustechen gestern im Schloss Altranstädt.

"Kupferstechen kann man sich nur leisten, wenn man alt ist. Wenn ich ein halbes Jahr an einem Stich sitze, was würde das sonst kosten", fragte sie in die Runde derer, die ihr in der Ausstellung "Gehauen und Gestochen" zuschauten und sich in ihre Kunst einführen ließen.

Zu Anfang fertige sie mit einer durchsichtigen Folie eine Ritzpause eines Bildes. Dieses vor allem konturenhafte Abbild übertrage sie auf die Kupferplatte, ziehe mit dem Stechel Linie um Linie nach, gestalte Flächen mit verschiedenste Formen von Linien und Punkten, oder beidem. "Aber man sollte vorher wissen, was man will", meinte sie. "Wenn eine Linie einmal auf einer Platte ist, kann man nicht mehr viel machen." Ihr Lehrer Karl Wolf bei der Leipziger Wertpapierdruckerei habe immer gesagt, der Stich sei das Gegenteil einer Zeichnung. "Beim Stich hört das Improvisieren auf", plauderte Bitzer vor ihren Gästen.

28 Jahre lang arbeitete sie für die Wertpapierdruckerei. DDR-Bürgern dürfte ihr Werk ausführlich bekannt sein: "Von mir stammen bis auf eines alle Porträts der letzten Banknotenserie der DDR", schmunzelte sie. Aber auch Grußkarten mit Blumen stach sie - Auflage meist: 300 000 Stück. Dennoch sterbe ihr Beruf wohl aus, bedauerte sie. So viel Geduld habe heute kaum noch einer. Bestätigen konnte das Harald Schönzart, mit 63 Jahren aktuell wohl Leipzig jüngster Kupferstecher.

Bitzer und der Holzkünstler Detlef Kluttig stellen noch bis zum 3. Mai im Schloss Altranstädt aus. Geöffnet ist an Wochenenden und feiertags von 14 bis 17 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.04.2015
Jörg ter Vehn

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