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"Schulschiff" G.S. Markranstädt steuert jetzt durch die Bildungsflut

"Schulschiff" G.S. Markranstädt steuert jetzt durch die Bildungsflut

Nach nicht einmal einem Jahr Bauzeit ist gestern die G.S. Markranstädt vom Stapel gelaufen. Der Erweiterungsbau der Grundschule, wegen der Nähe der Stadt zum Kulkwitzer See einem Schiffsbug nachempfunden, wurde mit viel maritimen Charme übergeben, soll schon ab Montag die Kinder durch die Bildungsflut tragen.

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Viele Besucher, darunter vor allem solche mit kleinen Kindern, wollten gestern Nachmittag bei der Übergabe des "Schulschiffs" G.S. Markranstädt dabei sein.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Viel Programm hatte die Schule für die Feier vorbereitet, sogar zwei süße Moderatorinnen auserkoren. Noemi Walther und Emilie Winkler führten durch den Nachmittag, bei dem es neben Akkordeons der Musikschule Fröhlich und gleich mehreren Tanzgruppen sogar Harfenmusik von Emilia König gab - auch wenn von dem edlen Instrument wegen der sehr simplen Tontechnik nur wenig zu hören war.

Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) hatte für den freudigen Anlass der Einweihung wie schon beim Richtfest im Februar seinen Urlaub unterbrochen, begrüßte unter den Gästen etliche Stadträte, aber auch Staatsministerin Petra Köpping (SPD) und den Landtagsabgeordneten Oliver Fritzsche (CDU). Spiske erinnerte an die grundlegende Idee für das Schiff schon vor etwa 15 Jahren, als die damalige Industriebrache abgetragen, der Bereich für Schule und Sport umgestaltet wurde. Der Bau jetzt habe im laufenden Schulbetrieb stattgefunden, trotzdem habe es wohl nur wenige Einschränkungen für die Schüler geben müssen, dankte er allen beteiligten Firmen, Lehrern und Planern.

Gerade als Spiske damit fertig war, die tolle Entwicklung der zweizügig geplanten, aber von Anfang an mit 190 Schülern dreizügig betriebenen Einrichtung, zu loben, fiel sein Mikro aus. Der Rest seiner nur noch kurzen Rede ging im allgemeinen Gemurmel unter - aber nicht, dass er Schulleiterin Simone Müller die Kapitänsmütze übergab und ihr allzeit gute Fahrt wünschte. Er sei sich sicher, dass sie auf der G.S. Markranstädt alle Stürme und Klippen umschiffen werde, die auf dem Weg der Schüler zum Abschluss der vierten Klasse lägen.

Architekt Thomas Näther freute sich über die Entscheidung zum "Schulschiff". Kinder könnten sich damit gut identifizieren, meinte er. Inzwischen habe er gehört, sei eigentlich schon jetzt ein Geschoss mehr nötig. "Sagt Bescheid!", bot er seine Dienste an.

Christiane Biel von der Bildungsagentur lobte als Schlussrednerin das schulische Engagement der Stadt. Prompt stimmte die 3b "Hip Hop, Schule ist top!" an, gab's am Ende der ganzen Freude noch die "Ode an die Freude".

 

 

Viel Platz im "Bug":

Zahlen, Daten, Fakten: Rund 1,2 Millionen Euro kostete der Anbau insgesamt. 40 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt der Freistaat, die Innenausstattung musste die Stadt jedoch allein bezahlen. Im Erdgeschoss entstand das größte Klassenzimmer, auch als Mediathek nutzbar. Lehrerzimmer, Garderoben und zwei Toiletten ergänzen unten das Raumangebot. Im Obergeschoss entstanden drei Klassenzimmer, eines öffnet sich wie eine "Schiffsbrücke" auf den Bug hinaus , ermöglicht so auch Unterricht im Freien. 17 Lehrer und 16 Erzieher arbeiten in Grundschule und Baumhaus-Hort. Im nächsten Schuljahr sollen erstmals vier neue Klassen aufgenommen werden, dann besuchen 325 Kinder die Grundschule.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.08.2015
Jörg ter Vehn

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