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Markranstädt Seebenischer See: "Einleitung perspektivisch einstellen"
Region Markranstädt Seebenischer See: "Einleitung perspektivisch einstellen"
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13:50 19.05.2015
Wegen des seit 2010 entstandenen Gewässers vor der Haustür müssen künftig in Seebenisch etliche Anwohner ihr Abwasser anders entsorgen. Quelle: André Kempner

Deshalb müssen nun auch die Abwässer von Teilen der Ortschaft Seebenisch anders entsorgt werden. Noch diese Woche sollen die betroffenen Anwohner informiert werden.

Hintergrund: Jahrelang stritt sich die Stadt Markranstädt mit den Behörden, ob aus der Senke nun eine "Vernässungsfläche" (Stadt) geworden sei, oder ein "See". Inzwischen hat die Landesdirektion den Status "See" vergeben. Damit treten jedoch schärfere Umweltbestimmungen in Kraft. Denn ein Standgewässer verkraftet weniger Einträge als ein fließendes oder eine Vernässungsfläche, die per Definition nur eine temporäre Erscheinung wäre. Wie berichtet, arbeiten die KWL daher seit dem Frühjahr bereits an einem neuen Abwasserbeseitigungskonzept für Seebenisch. Denn von dort fließen auch heute noch vorgereinigte Abwässer durch alte Gräben in die Senke.

Im Ergebnis sei von den Wasserbehörden, dem Abwasserverband, den KWL und der Stadt entschieden worden, "perspektivisch die Einleitung von vorgereinigtem Schmutzwasser in das neu entstanden Standgewässer einzustellen", so KWL-Sprecherin Katja Gläß. Dies sei wirtschaftlich und auch aus gewässerökologischen Gründen nicht vertretbar.

Stattdessen solle als Vorzugslösung das Abwasser der Anlieger aus der Ernst-Thälmann-Straße künftig in die vorhandene Containerkläranlage der KWL in der Blumenstraße geführt werden. Dazu würden die KWL eine neue Schmutzwasserleitung zur Anlage verlegen. Von der Anlage aus könne das gereinigte Wasser dann über ein vorhandenes Grabensystem an der Senke vorbei nach Thronitz abgeleitet werden.

Markranstädts Bauamtschefin Uta Richter macht keinen Hehl daraus, mit der Lösung nicht unbedingt glücklich zu sein. Schließlich hätten sich viele Grundstücksbesitzer erst vor wenigen Jahren wie gesetzlich gefordert für viel Geld eine vollbiologische Kleinkläranlage aufs Grundstück gestellt. Jetzt werde vor ihrer Haustür die Straße aufgerissen, komme dort ein Kanal hinein.

Es gebe zwar einen Bestandsschutz für die vollbiologischen Anlagen und die Stadt habe darauf gedrängt, dass auf die Bürger keine neuerlichen Belastungen zukommen. Gleichwohl habe das Rathaus die KWL gebeten, mit den Anliegern individuelle Lösungen zu finden, wenn diese einen Anschluss wünschten. Denn am Ende sei die Stadt für die Senke verantwortlich, habe nichts davon, wenn aus der Vernässungsfläche eine stinkende Kloake wird.

Ärgerlich findet Richter auch, dass die Ernst-Thälmann-Straße für den Kanal aufgerissen und wieder zugeschüttet wird, aber der Kreis einen grundhaften Ausbau seiner Straße ablehne.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2014
Jörg ter Vehn

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