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Markranstädt Selbstschutz für die Jüngsten
Region Markranstädt Selbstschutz für die Jüngsten
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17:51 27.06.2011
Oliver Kleemeier zeigt Pascal, wie er sich aus einem unangenehmen Griff befreien kann, Anna-Sophie, Angelina und Lisa-Marie schauen zu. Quelle: Armin Kühne
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Markranstädt

Gleich drei Vereine bewerben sich darum mit je einem Projekt, die Bürger können ihren Favoriten beim Kinderfest wählen.

Boxschläge, Hiebe oder Tritte lernen die Kinder bei Oliver Kleemeier nicht. Dabei ist er Vorsitzender des ersten Boxclub Markranstädt, hat muskulöse Oberarme vorzuweisen und bildet hauptberuflich Sicherheitskräfte aus. „Kinder haben keine Chance sich körperlich gegen Erwachsene zu wehren, deshalb geht es bei ihnen auch darum, sie für Gefahrensituationen zu sensibilisieren und ihnen beizubringen, diese frühzeitig zu vermeiden“, erklärt der 34-Jährige.

Und genau das hat er bereits in Gewalt-Präventions-Kursen in den Kindertagesstätten Hossgraben und Weißbachweg getan. Dort haben die Kinder gelernt, deutlich Nein zu sagen, wenn sie etwas nicht möchten. Ebenso gehört zu dem Training, dass die Kinder unbekannten Erwachsenen gegenüber die Höflichkeitsform Sie benutzen, damit für Außenstehende klar wird, dass es sich um Fremde und nicht Eltern oder Onkel handelt.

„Grade Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren werden häufig Opfer von Gewalttaten, daher sind frühes Training und Aufklärung wichtig“, sagt Kleemeier. Ursprünglich wollte er lediglich Dozenten für das Projekt vermitteln. „Aber es ist in Sachsen unheimlich schwer, jemanden zu finden, der sich in der Präventionsarbeit mit so kleinen Kindern auskennt“, erklärt er. Deshalb hat er sich selbst mit dem Thema auseinandergesetzt und die Kurse inhaltlich vorbereitet. „Das war schon eine Herausforderung.“

Jetzt möchte er das Projekt ausbauen und in die Schulen tragen. In Grund- und Mittelschulen sollen die Kinder sowohl im Unterricht, als auch in Freizeitangeboten lernen, mit gefährlichen Situationen umzugehen – jedem Alter angemessen. Für die älteren Jugendlichen kann dazu auch gehören, sich aus einem unangenehmen Griff zu befreien.

Das Interesse von Seiten der Lehrer sei da, sie wollen Kleemeier auch pädagogisch unterstützen. Nach den Sommerferien soll es losgehen. Die Angebote sollen vor allem in den Schulen stattfinden, um unnötige Wege und Transportkosten zu vermeiden. Kleemeier ist es wichtig, auch die Eltern einzubinden, sie über Inhalte der Kurse aufzuklären und zu zeigen, wie sie ihre Kinder konkret unterstützen können.

Und Kleemeier denkt noch weiter: Für die Schüler, die sich gar nicht für Sport begeistern können, würde er gerne eine Theatergruppe initiieren. Denn auch auf diesem Wege ließen sich viele Techniken vermitteln. „Aber dafür ist Unterstützung nötig. Meine Fähigkeiten in diesem Bereich sind doch beschränkt“, sagt er und hofft auf die Mitarbeit von Eltern oder Pädagogen. Und auch für die anderen Präventionskurse sucht er qualifizierte Unterstützung. Damit das Projekt überhaupt in so großem Rahmen aufgezogen werden kann, müssen die Markranstädter jedoch erstmal kräftig in die Pedalen treten und für das Gewaltpräventionsprojekt stimmen.

Kerstin Leppich

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