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Markranstädt Seltsamer Baumfrevel im Auto-Saxe-Wald
Region Markranstädt Seltsamer Baumfrevel im Auto-Saxe-Wald
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08:00 02.03.2018
Wer war’s? Im Auto-Saxe-Wald in Großlehna werden Bäume gekappt. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Seltsame Schäden registrieren Förster und Ortsvertreter im aufgeforsteten Wäldchen in Großlehna an der Autobahn: Bäume, die nicht in der Pflanzreihe stehen, sind angesägt und meist auch abgeknickt worden. Aber von wem?

Dutzende Stämmchen seien gekappt worden, erzählte Ortsvorsteher Gerhard Schmit beim jüngsten Technischen Ausschuss in Markranstädt. Geschehen sei dies immer etwa in Schulterhöhe, also sei die Tat eher kein Streich von Kindern, meinte er. Mitgenommen worden seien die Bäume meist auch nicht. Auffällig sei, dass es zumeist solche Bäume betreffe, die außerhalb der Pflanzreihen hochgekommen seien. „Vielleicht sind ja irgendwelche Spinner unterwegs, die glauben, dass bestimmte Bäume da nicht hingehören?“, fragte Schmit. Dabei sei doch im Vorfeld der Pflanzungen genau geklärt worden, wie der Wald entstehen solle.

Bauamtsleiter Sven Pleße wusste nichts von geplanten Aktionen in dem Wald. Gleichwohl sei ihm bekannt, dass auch an anderer Stelle Bäume auf halber Höhe angesägt worden seien.

Zahlreiche Bäume sind den Unbekannten schon zum Opfer gefallen. Quelle: Kempner

Bei der Stiftung Wald für Sachsen, die die Aufforstung mit Unterstützung des Autohauses Saxe seit vielen Jahren durchführt, hat auch Projektleiter Olaf Kroggel den mysteriösen Baumfrevel schon bemerkt. „Es handelt sich überwiegend um Salweiden“, erklärt er. Die seien typische Pioniergewächse, von selbst in den Wald eingetragen worden und gewachsen. Aus forstlicher Sicht sei das durchaus erwünscht, die Bäume seien als Frühblüher auch ökologisch wertvoll. Auf jeden Fall habe er niemanden beauftragt, die Bäume zu entfernen. Anzeige erstattet habe er bislang nicht, weil der Stiftung kein materieller Schaden entstanden sei.

Seit 1997 wächst im waldarmen Großlehna der kleine Forst, auch als Sicht- und Lärmschutz vor der Autobahn. Die Fläche umfasst inzwischen rund ein Dutzend Hektar, viele der Bäume seien fünf bis sechs Meter hoch, so Kroggel. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Saxe-Wald, wollen ihn gerne weiterführen.“ Aber lieber ohne fremde Eingriffe.

Von Jörg ter Vehn

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