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Sing, Räpitz, sing

Sing, Räpitz, sing

Mehr als 100 Lieder hat der Gemischte Chor Räpitz in seinem Repertoire – für einen Verbund von Laiensängern ist das eine enorme Zahl. Aber auch nicht verwunderlich, schließlich besteht die Chorgemeinschaft nun schon seit 90 Jahren, die meisten Mitglieder sind ihm seit Jahrzehnten treu.

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Hören auf Leiterin Christine Heydenreich (links): Die Sänger des Gemischten Chors Räpitz üben jede Woche fleißig.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Angefangen hat der Chor 1911 als Männergesangsverein Räpitz und Umgebung, er hat sich trotz Unterbrechungen während der Kriegszeit erhalten. Ein Ende drohte ihm, als die damals noch rein männlichen Mitglieder ausblieben. So entschloss man sich dazu, auch weibliche Stimmen – zunächst nur probeweise – aufzunehmen. 1977 wurde aus dem mittlerweile dauerhaften Zustand heraus ein neuer Chor gegründet: der Volkschor Räpitz.

Im Mittelpunkt stand in der Geschichte des Chores immer das Singen. „Wir haben zu DDR-Zeiten sowohl auf Konfirmationen gesungen, als auch bei Jugendweihen. Wir haben das immer eher emotionslos gesehen und wollten uns politisch nicht vereinnahmen lassen“, sagt Vorsitzende Birgit Adolph, die schon seit 1983 dabei ist. Einmal habe die Weigerung der Sänger, kommunistisch geprägte Texte zu präsentieren, sogar zum Eklat mit einem Chorleiter geführt.

Heute sind es nicht mehr politische Inhalte, die die Musikbegeisterten vor Herausforderungen stellen, sondern fremdsprachige Lieder. Denn das Repertoire hat sich im Laufe der Jahrzehnte geändert. Waren es ursprünglich nur deutsche Volkslieder, die einstudiert wurden, sind in den letzten Jahren auch englische, jiddische und mittelalterliche Lieder hinzugekommen. „Der Anspruch ist sicherlich gestiegen“, sagt Adolph. Denn auch Stücke von Brahms oder Beethoven sind jetzt fest im Singplan verankert.

Zu verdanken hat der Chor das auch seiner neuen und jungen Leiterin Christine Heydenreich. Die 21-Jährige studiert in Leipzig Kirchenmusik und bringt seit zwei Jahren, wie sie sagt, etwas Schwung in den Chor. Bisher würde das von den älteren Sängern gut angenommen.

Zwar sei die Gesangsgruppe stimm-technisch gut aufgestellt, trotzdem hofft Adolph nun mit dem erweiterten Liedgut noch mehr junge Sänger anzulocken. Heydenreich pflichtet ihr bei. „Ich bin von den Sängern, die ja zu großen Teilen meine Großeltern sein könnten, sehr gut aufgenommen worden“, berichtet sie.

Damit das große und erweiterte Repertoire auch sitzt, üben die Sänger jede Woche fleißig. Schließlich wollen sie sich am kommenden Samstag, 13. August, bei ihrem Festkonzert zum 90. Geburtstag in bester Form zeigen. Gleich fünf Chöre haben sich die Sänger aus Räpitz zur Unterstützung geholt, die Bandbreite der Lieder wird vom Mittelalter bis heute, von Volks- über Kirchenlieder bis zum Kriminal-Tango, gesungen von den Räpitzern, reichen. Präsentieren wird sich auch der Harthchor Zwenkau. Außerdem ist die Chorgemeinschaft Scharnhorst Großlehna und der Wunderbrunnenchor Kitzen-Werben aus der nahen Umgebung dabei. Ebenfalls zu hören sein wird der Männerchor Harmonie aus Großgörschen und der Kirchenchor Bad Dürrenberg, bevor alle Sänger gemeinsam „Dona nobis pacem“ anstimmen werden. Beginn des Konzertes ist um 16.30 Uhr in der Kirche in Schkeitbar. Der Eintritt ist frei.

Kerstin Leppich

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