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Markranstädt Sozialberaterin sucht Helfer: „Es gibt viele Ideen, aber kaum Freiwillige“
Region Markranstädt Sozialberaterin sucht Helfer: „Es gibt viele Ideen, aber kaum Freiwillige“
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07:00 15.04.2016
Benötigt ehrenamtliche Mitstreiter: Gerhild Landeck in ihrer Beratungsstelle Quelle: privat
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Markranstädt

Angesichts der vielen Flüchtlinge und ihrer Probleme finden sich vielerorts Ehrenamtliche, die ihnen helfen – auch in Markranstädt. So weit, so gut, sagt Gerhild Landeck von der allgemeinen Beratungsstelle „Durchblick“ in Markranstädt. Sie mahnt, bitte auch die anderen Hilfsbedürftigen nicht zu vergessen.

Im Stadtrat vor einigen Tagen hatte die sonst eher zurückhaltende Frau mit ihrem Thema sogar einen eigenen Tagesordnungspunkt von Bürgermeister Jens Spiske erhalten. Dort verlas sie ihre Erklärung zur „Gewinnung und Koordination von Ehrenamt“. Dort beschrieb sie, wie sich die Helfer mit viel Engagement auf die Flüchtlingsankunft in Markranstädt vorbereiteten, aber auch ihre Gedanken seitdem: „Wir fühlen sich andere hilfsbedürftige Menschen in unserer Stadt, die erleben, wie sich alles auf die Betreuung und Umsorgung der Flüchtlinge konzentriert?“, fragte sie sich. Zum Vergleich: Etwa zehn Freiwillige sind in der Flüchtlingsarbeit engagiert, „zehn bis 15 in den anderen Bereichen“, erläuterte sie auf Rückfrage.

Sicher sei die Lage der Flüchtlinge anders und theoretisch müsse in Deutschland ja auch niemand hungern und auf der Straße schlafen, versuchte sie Missverständnisse vorzubeugen. Aber vielen hilfsbedürftigen Menschen fehlten aus ihrer Sicht vor allem Wertschätzung, Anerkennung und Respekt, oder auch ganz pragmatische Hilfsangebote, warb sie für ein erweitertes Engagement. Denn: „Angesichts dramatischer Bilder und Berichte fällt es natürlich leichter, sich für Flüchtlinge zu engagieren – als dem verwahrlosten, ständig betrunkenen Mitbürger Hilfe anzubieten.“

Ehrenamtliche Hilfe sei in vielen Bereichen dringend vonnöten, sagte sie. Für alte und einsame Menschen, oder für Kinder, deren Eltern sie aus den verschiedensten Gründen nicht ausreichend fördern könnten. Gerne würde sie dafür ein Helfernetz etablieren, ebenso unspektakulär und ohne viel Medienrummel wie in der Flüchtlingsarbeit. Aber: „Es gibt viele Ideen, aber kaum Freiwillige“, sagte sie.

Die Situation habe sich seit der vorigen Woche und ihren offenen Worten nicht geändert, erklärte Landeck am Donnerstag. Gerade in der Alltagsarbeit würden Ehrenamtliche benötigt. Solche, die etwa gestürzten alten Leuten helfen und für sie Besorgungen erledigen können. Oder solche, die so wie sie zu Weihnachten und Ostern alte, einsame Menschen aufsuchen und aufmuntern. Und solche, die vielleicht sogar organisiert Nachbarschaftshilfe in jeder Form durchführen wollen.

In Markranstädt gebe es dazu eine gute Voraussetzung, meinte Landeck: Unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses könne vieles organisiert werden. Wer Interesse daran hat, melde sich bei unter Ruf 034205 699780.

Von Jörg ter Vehn

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