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Markranstädt Spannung garantiert: Mitnetz kontrolliert Stromleitungen von oben
Region Markranstädt Spannung garantiert: Mitnetz kontrolliert Stromleitungen von oben
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23:59 04.05.2015

Gerade mal zwei Wochen benötigen sie für das Pensum - Dank eines Helicopters.

Pilot Siggi Lange hat die Ruhe weg. Dabei kurvt er mit seiner AS 350 keine 100 Meter von der Freileitung entfernt, durch die 110 Kilovolt Strom übers Land hinweg fegen. Lange ist Routinier, scheint geradezu verwachsen mit den Knüppeln und Pedalen, mit denen er den französischen Ecureuil-Hubschrauber an den Leitungen entlang manövriert.

Dietmar Kabisch vorn auf dem Sitz neben ihm schaut konzentriert nach unten zur Seite, wo die Hochspannung entlang fließt, wo von Mast zu Mast die Freileitung getragen wird. "Nest, bewohnt, Mitte" - kurze Kommentare schickt er nach hinten zu Heiko Orgass, der die Wörter in sein Heft überträgt, genau Buch führt über jeden einzelnen Mast seines Zuständigkeitsbereichs.

Bis zu 400 Masten hätte sie schon mal an einem Tag angeflogen und kontrolliert, sagt er. Durchschnitt seien aber eher "um die 300". Theoretisch könne so ein Mast bei den heutigen Rostschutzanstrichen "tausend Jahre" alt werden.flachst er. Dennoch seien sie gerade dabei, diejenigen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zu wechseln. "Im vorigen Jahr haben wir welche von 1923/24 ausgetauscht", sagt er. "Die sahen sogar noch gut aus." Aber die Zusammensetzung des Stahls aus der damaligen Zeit sei das eigentliche Problem. "Der wird irgendwann spröde", weiß er aus Erfahrung.

Lange fliegt den Helicopter in einem Bogen über Markranstädt zum Umspannwerk nach Leipzig-Lausen und von dort Richtung Zwenkau immer an der Leitung entlang. Die stamme von 1979, sei in gutem Zustand, weiß Orgass. Nest um Nest - beinahe jeder der Masten hat Untermieter - geht es gen Süden. Die Vögel seien normalerweise kein Problem, sagt Orgass, könnten gerne bleiben. "Verlassenes Nest, da hängt was runter!", ruft Kabisch. Lange fliegt einen Bogen, um das Malheur besser sehen zu können. Trockene Äste baumeln vom Nest auf dem Querträger runter zu den Kabeln. Die Nestreste kämen den Spannung führenden Leitungen zu nahe, entscheidet Orgass und notiert sich, die Gefahr durch Monteure beheben zu lassen.

Einen Seilschaden durch einen Blitzschlag hätten sie diese Woche auch schon gesehen, erzählt er. Vorwiegend notiert er jedoch, wo Äste den Leitungen zu nahe kommen, ausgeholzt werden muss. Aber auch wilde Baustellen seien von oben viel besser zu erkennen, schmunzelt er. Und zu sehen sei auch, wenn jemand etwa bei einem Unfall einen ihrer Masten angefahren, aber dies nicht gemeldet habe.

Lange hüpft mit dem Helicopter weiter von Mast zu Mast. Nahe Kulkwitz beschaut sich Orgass nocheinmal die Trasse gen Großdalzig, deren Masten im nächsten Jahr angestrichen werden sollen. "Aber die Maler sind bei uns ja eigentlich immer irgendwo dabei", sagt er. Was Wunder bei mehr als 5500 Kilometern Hoch- und Mittelspannungsleitungen allein in Westsachsen und tausenden von Masten, die etwa alle 20 Jahre einen frischen Anstrich benötigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.05.2015
Jörg ter Vehn

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