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Spatenstich für Protonentherapie-Anlage im November geplant

240-Millionen-Euro-Investition Spatenstich für Protonentherapie-Anlage im November geplant

Nach außen hin Ruhe, nach innen hin konzentrierte Arbeit: Am Protonentherapiezentrum in Markranstädt wird fleißig weiter geplant.

So sieht eine der geplanten Behandlungsanlagen für die Protonentherapie aus.

Quelle: Schenk Consulting

Markranstädt. Nach außen hin Ruhe, nach innen hin konzentrierte Arbeit: Am Protonentherapiezentrum in Markranstädt wird fleißig weiter geplant.

Im Stadtrat verkündete Bürgermeister Jens Spiske (FWM) jüngst, dass auch in der Landesregierung inzwischen die Vorbehalte gegen die private 240-Millionen-Euro-Projekt abgebaut seien. „Es wird jetzt wohlwollend gesehen“, erklärte Spiske. Wie berichtet, kam aus der mächtigen Technischen Universität Dresden, die die einzige weitere Protonentherapie-Anlage in Sachsen betreibt, heftige Kritik gegen das Vorhaben. Nach LVZ-Informationen hatte der frühere Markranstädter Bürgermeister Mischa Woitscheck (CDU), inzwischen Chef des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, über seine Kontakte in die Landesregierung Anteil am Meinungswandel.

Hans-Jürgen Schenk plant die Anlage in Markranstädt

Hans-Jürgen Schenk plant die Anlage in Markranstädt.

Quelle: Kempner

Projektmanager Hans-Jürgen Schenk kann das nur freuen. Weltweit entstünden gerade viele neue Protonentherapie-Anlagen, allein in Amerika zehn. „Und zwölf gibt es dort schon“, weiß Schenk. In Deutschland gebe es hingegen nur vier größere Zentren, daneben nur kleinere Anlagen wie in Dresden oder Berlin.

In Markranstädt sollen nach Schenks Angaben schon im ersten Jahr 1500 Patienten behandelt werden können, später 2000 bis 2500 pro Jahr. Bekanntlich gilt die Bestrahlung mit Protonen bei inzwischen immer mehr Krebsarten als schonendere Behandlung als eine herkömmliche Bestrahlung, weil der Energiestrahl quasi erst in der Tiefe des Gewebes, direkt an den Krebszellen „zündet“.

Bis dahin ist es in Markranstädt aber noch ein weiter Weg. Mit den Geldgebern aus Brasilien sei alles klar, erklärt Schenk. Aktuell würden die verschiedensten Bauverträge zu Ende verhandelt. „14 Stück sind das, vom eigentlichen Bau über die Medizinfachplanung und die Protonentechnik bis zu den Versicherungen und den Wachschutz“, sagt er. Parallel werde alles für die Genehmigungsplanung vorbereitet. Schenk geht davon aus, bis zum Sommer den eigentlichen Bauantrag einreichen zu können. „Dann ist das Bauordnungsamt am Zug.“ Rund drei Monate würden für die Prüfung üblicherweise veranschlagt. Wenn alles gut geht, könne im November der erste Spatenstich sein, erklärt Schenk. Probleme sieht er – was Wunder – nicht. Schließlich gebe es Baurecht für eine solche Anlage am Standort in der Ranstädter Mark. Das habe der Bebauungsplan geklärt. Und eine fast identische Anlage arbeite schon in Essen.

Brasilianische Geldgeber wollen zum Spatenstich kommen

Zum Spatenstich im November wollten auch die Investoren aus Brasilien anreisen, erläutert der Projektmanager. Die hätten ihn inzwischen auch beauftragt, weitere Anlagen in ihrer Heimat Sao Paulo und in Uruguay zu planen. Im Winter könne dann noch die Erschließung starten, bevor im nächsten Jahr der Rohbau beginnt. Schenk rechnet mit einer Bauzeit von etwa drei Jahren.

Um das nötige Fachpersonal für den Betrieb ist ihm nicht bange. Es hätten sich schon eine Reihe von Krankenschwestern gemeldet. Und sogar ein Professor für Strahlenmedizin. Aus Westdeutschland.

Von Jörg ter Vehn

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Landkreis: Leipzig

Fläche: 58,46 km²

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