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Spiske lobt Stadtrat: "Es wird nichts mehr nur so durchgewunken"

Spiske lobt Stadtrat: "Es wird nichts mehr nur so durchgewunken"

Gediegene Salon-Musik, Getränke und Häppchen für alle, Ehre für die Ehrenamtler, viele Gespräche: Voll besetzt war das Kommunikations- und Kreativzentrum (KuK) am Sonnabend beim Neujahrsempfang von Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt).

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Hildegard Herzog, Kathleen Vitz, Hanna Kämmer und Lutz Gatter (v.l.) mit Bürgermeister Jens Spiske (MItte) beim Neujahrsempfang.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Der kündigte zu Beginn seiner Rede an, auf die sonst bei solchen Veranstaltungen von Bürgermeistern gemachte "übliche Leistungsschau" und "Lobhudelei" verzichten zu wollen. Wesentliche Veränderung sei für ihn, dass im Stadtrat die Kultur der politischen Auseinandersetzung an Qualität gewonnen habe. "Es wird nichts mehr nur so durchgewunken, es wird kontrovers diskutiert", erklärte Spiske. Der Stadtrat sei sich seiner Aufgabe der Gestaltung bewusst.

Die Stadt stehe gut da. Bei den Gewerbesteuern habe die Stadt im Vorjahr die Schallmauer von fünf Millionen Euro durchbrochen. Ein großer Erfolg sei, dass in diesen schwierigen Zeiten im Gewerbegebiet Frankenheim der Grundstein für eine neue Produktionslinie gelegt worden sei. Im April solle die Anlage zur Fensterherstellung fertig sein, auf der dann 70 Mitarbeiter neue Arbeit fänden. Damit seien 166 neue Arbeitsplätze in den letzten Monaten neu entstanden, der Wegzug von Automobilzulieferer Fehrer fast wieder wett gemacht.

Die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt sinke weiter. Das gehe natürlich nicht ohne Einschnitte beim Haushalt, aber seit drei Jahren nehme Markranstädt keine neuen Schulden mehr auf. Bundesfinanzminister Schäuble habe das ebenso angekündigt, "so gesehen hat von uns gelernt", sagte Spiske.

Der Grundschul-Anbau schreite gut voran. Am 13. Februar sei dort Richtfest. "Und wir werden hoffentlich in diesem Jahr beschließen, wo wir die neue Kita bauen", sagte er. Wie berichtet, war die Stadt im Vorjahr damit schon weiter gewesen, wollte in diesem Jahr bauen - bis Spiske im Stadtrat den Standort an Stadion und JBZ erneut zur Debatte stellte und ein Nein bekam.

In der Asyl- und Überfremdungsdebatte mahnte Spiske, in die eigenen Familien zu schauen, ob dort alle Wurzeln immer hier gewesen seien. Ein Teil seiner Familie etwa stamme aus Schlesien, sei dankbar über die Aufnahme in Deutschland gewesen. Für ihn gehe es bei der Legida-Bewegung auch weniger um Asyl oder Islamisierung, "es ist die Unzufriedenheit mit der etablierten Politik", meinte er. Man müsse diese Leute ernst nehmen, miteinander ins Gespräch kommen.

Im Anschluss erhielten vier engagierte Ehrenamtliche die Ehrenurkunde der Stadt. Die Arbeit von Stadtgeschichtsforscherin Hanna Kämmer, 79, würdigte Spiske selbst. Sie grabe unermüdlich in Archiven Dinge über die Stadt aus, "von denen wir noch gar nichts wussten", lobte er, sei immer hilfsbereit, stehe für tolle Vorträge zur Verfügung.

Hildegard Herzog, 72, von den Kindern der "Forscherinsel" Seebenisch liebevoll "Oma Hildi" genannt, wurde für ihr großes Engagement trotz Ruhestand in der Kita geehrt. "Sie ist ein Herz und eine Seele von Mensch", lobte Awo-Chefin Heike Buchheim "Oma Hildi".

Kathleen Vitz, 37, gute Seele im Pfarrbereich Kitzen-Schkeitbar, im Heimatverein, bei der Pfingstbier-Vorbereitung, im Frauenkreis, der Konfirmandenrunde und mehr tätig, wurde von Pfarrer Oliver Gebhart vorgeschlagen und gewürdigt.

Auf Lutz Gatter, 55, vom "Aktionskreis Modernes Markranstädt - Barrierefrei ?!"hielt Karin Keil eine bewegende Laudatio. Gatter gehe es um mehr als nur einige stufenlose Zugänge, sagte sie, "Barrierefreiheit beginnt im Kopf."

Spiske betonte, dass die Vier stellvertretend für alle Ehrenamtlichen ausgezeichnet worden seien. "Wir brauchen Sie alle", rief er ihnen zu. "Ohne Ehrenamtliche geht es nicht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.01.2015
Jörg ter Vehn

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