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Sportcenter, Kita-Neubau und Tempo 30 gegen Lärm

Sportcenter, Kita-Neubau und Tempo 30 gegen Lärm

Straßenlärm, Kitaplätze, Wohnbebauung am Kulkwitzer See: Zu diesen und weiteren Bürgerfragen nahm das Rathaus am Donnerstagabend beim Stadtrat Stellung. Und fast nebenbei wurden auch noch einige Beschlüsse gefasst.

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Das Sportcenter bekommt was aufs Dach: Thomas Kuhne war gestern dabei, die undichten Lichtbänder mit Folie abzukleben.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Es war schon ein Frage- und Antwortspiel, das die Erste Beigeordnete Beate Lehmann gleich zu Beginn der Sitzung zu absolvieren hatte. Da wollte eine Anwohnerin des Kulkwitzer Sees wissen, warum gerade fertig gestellte Straßen wieder aufgemacht und offenbar die Hausanschlüsse im neuen Wohngebiet verdoppelt würden. Dadurch gebe es doch mehr bebaute Grundstücke und eine größere Versiegelung im Gebiet?, fragte sie.

Lehmann erklärte, zwei Grundstücke seien geteilt worden, weitere Teilungen seien momentan nicht im Gespräch. Dem Bebauungsplan widerspreche das nicht, der regele nur den Grad der Bebaubarkeit, nicht die Anzahl der Häuser.

Rainer Kirsche von der AG Verkehrslärm wollte wissen, wann die Verwaltung etwas unternehme gegen die nachgewiesene gesundheitsgefährdende Verlärmung von 640 Bürgern der Stadt. Lehmann antwortete, die Stadt liege im Zeitplan mit ihrer Lärmaktionsplanung. Jüngste Ergebnisse eines beauftragten Ingenieurbüros würden auch erlauben, dass die Stadt Tempo 30 auf den betroffenen Bundesstraßen in der Stadt als Forderung in ihre Planung aufnehmen könne.

Es gebe zu wenig Kitaplätze in der Stadt, aber auch ein Angebot der Awo, welche zu schaffen (die LVZ berichtete), sagte Manfred Schwung. Was daraus geworden sei, wollte er wissen vor dem Hintergrund, dass Bürger ab dem Herbst ihr Recht auf einen Betreuungsplatz einklagen könnten. Lehmann erwiderte, 15 Prozent weniger Kita-Plätze als in der Stadt lebende Kleinkinder würde nicht automatisch zu wenig Plätze bedeuten. Es komme darauf an, ob sie auch in Anspruch genommen würden. Die Stadt habe 2012 erhebliche Anstrengungen unternommen, Plätze zu schaffen. Mit der Awo habe es Gespräche gegeben. "Aber die Betriebskosten für die Einrichtung würden für uns höher sein als die Kosten für einen eigenen Neubau", erklärte sie. Die Stadt favorisiere dies daher, habe vor, noch vor Ende September einen Förderantrag zu stellen, um im nächsten oder übernächsten Jahr eine weitere Einrichtung zu schaffen. Im Übrigen zielten die Rechtsansprüche auf den Kreis, der gegebenenfalls auch schadenersatzpflichtig werde.

Daniel Riegert ist ständiger Gast der Fragerunde. Auf die Standardfrage des SCM-Präsidenten nach der Wiederöffnung des wegen Nässeschäden gesperrten Sportcenters hatte Lehmann aber diesmal eine gute Nachricht: Voraussichtlich Mitte nächster Woche werde wieder geöffnet. Seit dieser Woche werde die Notabdichtung vorgenommen. Vorher hätten entweder die Genehmigungen gefehlt, oder als diese eintrafen der Dauerregen die Arbeiten verhindert. Der Stadtrat fasste zudem folgende Beschlüsse:

Markranstädt hat jetzt eine Oberschule. Auf Anordnung des Freistaates sei die Mittelschule umzubenennen, erklärte Lehmann. Die Kosten dafür bezifferte sie auf rund 2500 Euro.

Michael Polz wird als Ortswehrleiter der Ortsfeuerwehr Markranstädt bestätigt. Stellvertreter ist Sven Grübner.

Die Beseitigung der Winterschäden auf den kommunalen Straßen kann beginnen. Die Firma Kemna Bau aus Leipzig erhielt den Zuschlag. Kosten: gut 70 000 Euro.

Drei Anliegerstraße im neuen Wohngebiet am See erhielten Namen. Nach langer Diskussion auch in den Ausschüssen votierte der Stadtrat bei drei Enthaltungen für Kormoranweg, Möwengasse und Kranichweg. Stadträtin Heike Kunzemann (Linke) war verstimmt, dass ihr Vorschlag "Brachpieperweg" nicht zum Zuge kam. Immerhin habe der Vogel bis vor kurzem dort noch gelebt, meinte sie, "der Kranich nicht." Die Verwaltung sah aber "Potenzial für Missverständnisse hinsichtlich der Schreibweise des eher unbekannten Vogels".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.06.2013

Jörg ter Vehn

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