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Markranstädt Stadt hat Brandschutzbedenken – Kreis hält Großteil der Mängel schon für abgestellt
Region Markranstädt Stadt hat Brandschutzbedenken – Kreis hält Großteil der Mängel schon für abgestellt
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16:27 06.01.2016
Auf heftige Kritik ist in Markranstädt die Entscheidung gestoßen, das Hotel Gutenberg als Flüchtlingsheim nutzen zu wollen. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Die Entscheidung des Landkreises, das Hotel Gutenberg jetzt doch als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge zu nutzen (die LVZ berichtete), ist in Markranstädt am Mittwoch auf heftige Kritik gestoßen. Die Stadtratsfraktion der Linken erklärte, natürlich müsse den Menschen aus Krisengebieten geholfen werden. Das Hotel sei als Asylunterkunft aber ungeeignet. 800 Quadratmeter Nutzfläche im Hotel würden für jeden der vorgesehenen 160 Menschen lediglich fünf Quadratmeter Wohnfläche bedeuten. Es sei unmenschlich, so viele Menschen auf engen Raum zusammenzupferchen, meinte die Fraktion und schimpfte: „Sie, Herr Landrat, planen eine Menschenrechtsverletzung hohen Ausmaßes.“

Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler) hatte nach Bekanntwerden der Entscheidung ein Veto einzulegen versucht, in einer dreiseitigen Einlassung an den Kreis unter anderem auf Brandschutzprobleme des Hauses hingewiesen, die 2014 sogar zur Androhung einer Nutzungsversagung führten, als das Hotel 90 Betten zählte. Die Mängel einer Brandverhütungsschau seien nicht abgestellt worden, aber nun seien sogar 180 Personen zur Unterbringung im Gespräch, wies Spiske auf Ungereimtheiten hin.

Ein Großteil dieser Mängel sei bereits abgestellt, antwortete der Kreis. Ende 2015 seien bei einer Begehung die erforderlichen Maßnahmen festgelegt worden, um das Hotel als Gemeinschaftsunterkunft genehmigen zu können. Wenn die erforderlichen Umbauten fachgerecht gemacht werden, werde es für die Genehmigung keine Auflagen beim Brandschutz geben, so Kreissprecherin Brigitte Laux.

Von Jörg ter Vehn

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Jetzt also doch: Das Hotel Gutenberg in Markranstädt wird Flüchtlingsunterkunft. Das bestätigte der Landkreis am Montag. Schon ab Ende Januar sollten die ersten der insgesamt bis zu 160 Asylbewerber in die Gemeinschaftsunterkunft einziehen, erklärte Kreissprecherin Brigitte Laux.

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