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Stadt sichert sich 170 000 Quadratmeter Bauland in Ranstädter Mark

Stadträte stimmen für Kauf Stadt sichert sich 170 000 Quadratmeter Bauland in Ranstädter Mark

Ein zukunftsweisendes Geschäft schlossen die Stadträte von Markranstädt jetzt ab: Die wegen einer Insolvenz noch brach liegenden Flächen im Gewerbegebiet Ranstädter Mark werden erworben, können nun entwickelt werden.

Die noch brach liegenden Flächen im Gewerbegebiet Ranstädter Mark können nun entwickelt und veräußert werden.

Quelle: Andre Kempner

Markranstädt. Der Streit hat ein Ende: Die noch ungenutzten Flächen im Gewerbegebiet Ranstädter Mark stehen demnächst der Stadt Markranstädt zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben und Wohnungen zur Verfügung. Einstimmig votierten die Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung dafür, die noch bei der insolvent gegangenen Gewerbepark Markranstädt GmbH i.L. befindlichen rund 170 000 Quadratmeter zum Preis von gut 1,1 Millionen Euro zu erwerben.

Kurz nach der Wende beschlossen Stadt und Gesellschaft, das Gewerbegebiet gemeinsam zu entwickeln. Ab 1994 begann der Verkauf. Aber schon etwa zur Jahrtausendwende waren sich Stadt und Firma nicht mehr grün. Die Gesellschaft ging 2002 in die Insolvenz. 2010 beschloss der Stadtrat bereits den Kauf der brach liegenden Flächen, die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter scheiterten jedoch.

Die Entwicklung des Gebietes kam jedoch nicht voran, lief sogar teils den Interessen der Stadt zuwider. Denn wenn nicht mindestens 51 Prozent der Fläche für förderfähiges Gewerbe genutzt werden, muss die Stadt Fördergelder zurück zahlen. Derzeit seien 43 Prozent vorhanden, so die Stadt ihrer Beschlussvorlage.

In einem persönlichen Gespräch hätten Insolvenzverwalter Peter Buhmann aus Dresden und Bürgermeister Jens Spiske im Vorjahr festgestellt, dass für beide Seiten der jetzige Zustand nicht zufriedenstellend sie. Neue Verhandlungen kamen in Gang, die Ende 2014 bei einem Durchschnittspreis von sieben Euro je Quadratmeter ankamen, Ende März 2015 von allen Beteiligten akzeptiert wurden. Die Zeit bis jetzt sei benötigt worden, um letzte Abstimmungen zu einzelnen Flurstücken vornehmen zu können, bat die Verwaltung um Entschuldigung für den Zeitverzug.

Die Räte stimmten dem Kauf zu. Heike Kunzemann (Linke) lobte den „glücklichen Verlauf“. Das lange brach liegende Gelände könne nun für die Stadt entwickelt werden, unter anderem für den lange in der Stadt vernachlässigten sozialen Wohnungsbau, schlug sie vor. Sie würde es begrüßen, wenn die Stadt für das Gelände ein Entwicklungskonzept ausstelt.

Michael Unverricht (CDU) erwiderte, sein Fraktion wolle das Gelände – auch nach den Erfolgen im Wohngebiet am Kulkwitzer See – der städtischen Wohnungsbaufirma zur Vermarktung MBWV übergeben. Die neuen Flächen seien wichtig für die Entwicklung der Stadt, sagte er, meinte damit auch die Finanzsituation.

Die MBWV hat in den vergangen Jahren von den 47 Parzellen am Kulkwitzer See inzwischen 45 veräußert. Nach Angaben der Linken entstanden dadurch bislang Einnahmen von rund 9,2 Millionen Euro, nach dem Verkauf der letzten Grundstücke würden es 9,7 Millionen Euro sein, heißt es. Linke und auch die CDU haben inzwischen präzise Angaben verlangt, wieviel Geld davon bei der Stadt verblieben sei oder wofür es ausgegeben wurde.

Von Jörg ter Vehn

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