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Stadt will Lärmschutzwände der Bahn begrünen und länger machen

Technischer Ausschuss Stadt will Lärmschutzwände der Bahn begrünen und länger machen

Lange Lärmschutzwände entlang der Gleise sollen künftig die bewohnten Gebiete von Markranstädt vor Bahnlärm schützen. Der Technische Ausschuss des Stadtrates fordert nun, die geplanten Wände noch zu verlängern und sie zu begrünen.

Dieses Bild wird es bald nicht mehr geben: Auch an der Eisenbahnstraße (im Hintergrund) soll es künftig wie an nahezu der gesamten Wohnbebauung in Markranstädt Lärmschutzwände entlang der Bahngleise geben.

Quelle: Kempner

Markranstädt. Lange Lärmschutzwände entlang der Gleise sollen künftig die bewohnten Gebiete von Markranstädt vor Bahnlärm schützen. Der Technische Ausschuss des Stadtrates fordert nun, die geplanten Wände noch zu verlängern und sie zu begrünen.

Entlang der Wohnbebauung hat die Deutsche Bahn die drei Meter hohen Lärmschutzwände geplant. Wie berichtet, sollen die Bauwerke voraussichtlich 2021/2022 errichtet werden. Das dazugehörige Planfeststellungsverfahren ist jetzt angelaufen, die Stellungnahme des Ausschusses ist ein Teil davon.

„Grundsätzlich positiv“ bewertet wird das Vorhaben von der Stadt. So finden sich in der Stellungnahme auch nur vereinzelt Hinweise auf mögliche Verbesserungen. Auf Drängen der Räte sollen diese jedoch fordernder formuliert werden:

- So sollen die entlang der Wohnbebauung geplanten Wände in einigen Bereichen verlängert werden. Entlang der Leipziger Straße werden diese auch hinter der früheren Zuckerfabrik vorgeschlagen, eine Erweiterung bis zur Brücke der Umgehungsstraße ist das Ziel. Analog soll die Lärmschutzwand entlang der Siedlerstraße in Großlehna nach Osten verlängert werden, „um ein optimaleres Ergebnis zu erzielen“, wie es in der Stellungnahme heißt.

– Hinter einigen kleineren privaten Anlagen sowie dem Feuerwehrgebäude plant die Bahn Lücken in der Wand. Die Stadt empfiehlt, die Wand durchzuziehen, um bei einem eventuellen späteren Abbruch dieser Gebäude keine Löcher im Lärmschutz zu haben.

– Während der Bauphase soll es einen Ansprechpartner der Bahn vor Ort für etwaige Fragen von Grundstücksbesitzern geben.

– Die Baumaterialien für die Wand sollen über die Gleise selber zu den Baustellen herangefahren werden.

– Auf Drängen von Stadtrat Jens Schwertfeger (CDU), der mit den neuen Wänden auch jede Menge neue Graffiti erwartet, sollen zielgerichtet Projekte zur legalen Gestaltung von Wandflächen angeschoben werden. Die Rechte dafür seien im Verfahren jetzt zu sichern, forderte er.

– Die Stadt will eine Begrünung der Wände zur Wohnbebauung hin. Wie Bauamtsleiter Sven Pleße erklärte, sei eine solche zu den Schienen hin aus technischen Gründen nicht möglich. Zur lärmabgewandten Seite hin ginge das, sofern die Bepflanzung selber tragend wäre. Die Bahn habe avisiert, dass dafür jedoch die Stadt die Kosten selber zahlen müsse.

– Die Fahrbahn der Eisenbahnstraße muss wegen der Wand in einem Teilstück um etwa 30 Zentimeter schmaler gemacht werden, um Sicherheitsabstände zu wahren. Im Interesse der Verbesserung der Lärmsituation erscheine die Verringerung akzeptabel, zumal Belange des Straßen- und Verkehrsrechtes noch eingehalten würden, so die Stadt. Die Kosten dafür müsse jedoch die Bahn tragen.

Mehrere Stadträte verschiedener Fraktionen machten in der Sitzung ihrem Unmut über den Bahnlärm Luft. Monika Rau (FWM) etwa meinte, seit Ertüchtigung der Gleise sei es deutlich lauter geworden, weil die Züge schneller führen. Großlehnas Ortsvorsteher Gerhard Schmit beklagte, dass in Großlehna der Bereich dreigleisig genutzt werde, ein Strang als Überholgleis mit dauernden An- und Abfahrten besonders laut sei.

Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) rief in der Sitzung betroffene Bürger ausdrücklich auf, in die Unterlagen noch Einsicht zu nehmen und Einwände gegebenenfalls selber geltend zu machen. Da hatte der Stadtchef aber offenbar seine eigenen Papiere nicht studiert. Denn in der Vorlage für den Ausschuss war klar ersichtlich, dass die Bahn-Unterlagen nur bis um 9. August im Rathaus auslagen, Einwände nur bis 23. August gemacht werden konnten (auch die LVZ berichtete). Einzig die Stadt hatte sich für ihre Stellungnahme eine Fristverlängerung bis zum 30. August erbeten.

Von Jörg ter Vehn

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