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Stadt will aus Sachsen-Anhalt Touristen locken

Stadt will aus Sachsen-Anhalt Touristen locken

Luftlinie sind es gerade einmal rund 1000 Meter vom Rathaus zur Landesgrenze von Sachsen-Anhalt. Für die Stadt Markranstädt Grund genug, ihre touristischen Aktivitäten ins benachbarte Bundesland auszuweiten.

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Besuch im Nachbar-Bundesland: Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann (Dritte von rechts) macht sich mit rund 50 sportlichen Teilnehmern bei der Saline-Sternfahrt ab dem Markranstädter Rathaus per Rad auf den Weg nach Bad Kösen.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Die Saline-Sternfahrt am Wochenende war Auftakt zu diesen Bemühungen.

„Dass wir uns beim Tourismus auch in Richtung Sachsen-Anhalt orientieren, ist natürlich unserer Lage geschuldet“, sagt Beate Lehmann, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Schulen und Kultur. Eine Kommune könne es sich nicht leisten, Aktivitäten in Sachen Tourismus dort enden zu lassen, wo die Landesgrenze beginne. Nicht nur Markranstädt profitiere von der Ausweitung, auch das Leipziger Neuseenland und die Stadt Leipzig selbst könnten wirtschaftlich dabei nur gewinnen.

Die Saline-Sternfahrt und die Eröffnung des Radknotenpunkts in Bad Dürrenberg am Elster-Saale-Radweg sind erste Anfänge für das Ziel Markranstädts, die Einwohner Sachsen-Anhalts zu sich zu locken. „Außerdem werden unsere Veranstaltungen im Kulturbrief Bad Dürrenbergs aufgenommen, dafür kündigen wir auch dortige Ereignisse bei uns an“, sagt Sprecherin Claudia Lutz.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist, wie berichtet, ein Autobahnschild, das an der A9, Abfahrt Bad Dürrenberg, auf Schloss Altranstädt hinweisen wird. Über das Motiv müsse noch entschieden werden, erklärt Lehmann. Gerade das Schloss wird in Zukunft wohl eine bedeutende Rolle beim Tourismus spielen. Die Fachbereichsleiterin ist sich sicher, dass es bei der Nutzung „noch großes Potenzial“ gebe. Lesungen, Theateraufführungen und Konzerte sollen Touristen dorthin locken, außerdem soll regionale Küche angeboten werden. Viel Zuspruch für das Schloss verspricht sich die Stadt auch über die Hochzeiten. „Wer hier heiratet, braucht ja auch einen Friseur, Kosmetiker, vielleicht Reiterhöfe, die Kutschfahrten anbieten, und einen Ort für die anschließende Feier“, sagt Lehmann und macht damit deutlich, welche Wirtschaftskraft am Tourismus hängt.

Die ersten Bemühungen tragen bereits Früchte: Vor einigen Wochen hat ein Verein aus Bad Dürrenberg das Schloss als Ort für eine Zinnfiguren-Dauerausstellung gewählt, bei der Kinder selbst Figuren oder Tiere aus Zinn gießen können.

Auch der Förderverein des Schlosses ist nicht untätig bei den Überlegungen für die weitere Nutzung. Er bemüht sich derzeit um die Aufnahme in das künftige europäische Netzwerk „Places of Peace“, denn im Schloss wurde der so genannte „Altranstädter Frieden“ zwischen Karl XII. und August dem Starken geschlossen.

Die Stadt konzentriert sich jedoch nicht nur auf den Ausbau des Radwegenetzes in Richtung Sachsen-Anhalt und auf das repräsentative Schloss, sondern auch auf den Kulkwitzer See. Er soll in Zukunft ein Paradies für Taucher aus ganz Deutschland bleiben. „Die Wasserqualität ist einmalig“, wirbt Lehmann um die Taucher.

Für Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) ist die Tourismus-Ausweitung in andere Bundesländer eine Selbstverständlichkeit. „Eine Stadt entwickelt sich in alle Richtungen, da können wir nicht an den Landesgrenzen aufhören“, sagt sie. Denn gerade die wirtschaftliche Dimension beim Thema Fremdenverkehr sei nicht unerheblich. Und Lehmann ergänzt: „Touristen sind die Landesgrenzen egal. Die gucken, wo sie etwas erleben können.“ Deshalb sei es so wichtig, in anderen Regionen als Stadt mit seinen vielfältigen Angeboten präsent zu sein.

Julia Tonne

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