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Stadtbad Markranstädt wird nochmal aufgehübscht

Sanierung der „Diva“ Stadtbad Markranstädt wird nochmal aufgehübscht

Im Vorjahr hatten größere Reparaturen im Stadtbad das Anbaden verzögert, in diesem Jahr wird zum 90. Geburtstag wieder intensiv geputzt und gemalert, um die „Diva“ zum Saisonstart Ende Mai nochmal aufzuhübschen. Vieles spricht dafür, dass dies ihre letzte Saison im alten Gewand wird.

Die „Diva“ wird nochmal aufgehübscht: Das Stadtbad Markranstädt feiert in dieserm Jahr den 90. Geburtstag. Saisonstart ist Ende Mai. Im Rathaus werden Pläne für Sanierung oder Neubau durchgerechnet.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Im Vorjahr hatten größere Reparaturen im Stadtbad das Anbaden verzögert, in diesem Jahr wird zum 90. Geburtstag wieder intensiv geputzt und gemalert, um die „Diva“ zum Saisonstart Ende Mai nochmal aufzuhübschen. Vieles spricht dafür, dass dies ihre letzte Saison im alten Gewand wird.

Fliesenleger Mike Detzner sei eigentlich eher Internist, feixt Bademeister Ronny Bettzüge angesichts der „operativen Fähigkeiten“ des Markranstädters. Schließlich gebe es an einigen Stellen Eingriffe in die Substanz der 90-Jährigen zu erledigen, Beton auszubessern oder abzudichten. Viel Arbeit noch bis Ende Mai. Detzner, seit Jahren in tiefer Liebe und Arbeit „der Diva“ verbunden, feixt zurück: „Ich schaffe das.“

Rund 13 500 Euro werde die Stadt in diesem Jahr für die Instandsetzungsarbeiten ausgeben, heißt es im Rathaus. Das Becken werde renoviert und gestrichen, der Sprungturm habe ein neues Geländer erhalten, die Plattform sei gefliest worden. Je nach Wetter solle das Stadtbad pünktlich vor dem Kindertag öffnen. Die Preise blieben in diesem Jahr stabil.

Droht ein Abriss des Stadtbades?

Aber Änderungen stehen bevor. Vor rund vierzehn Tagen berieten gut ein Dutzend Stadträte mit der Markranstädter Bau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft hinter verschlossenen Türen, wie die dringend nötige Sanierung des Stadtbades aussehen könnte. Dem Vernehmen nach soll die stadteigene Firma vorgeschlagen haben, das Bad im Wesentlichen abzureißen, komplett neu wieder aufzubauen und dann selber zu betreiben. MBWV-Chef Frank Sparschuh hatte dabei wohl das Modell der Stadt Taucha vor Augen, die vor Jahren ihr marodes Parthebad abriss, modern und chic neu aufbaute und seitdem durch ihre stadteigene Immobilienfirma betreiben lässt. Auch viele Randleipziger zieht es seitdem ins Bad, die kommunalen Betriebskostenzuschüsse halten sich in Grenzen. In Taucha gibt es allerdings weit und breit keinen Badesee wie den Kulki.

Nach Sparschuhs Vorschlägen soll die MBWB das Geld für den Bau vorschießen. Mit Solarthermie könnte Geld gespart, das Wasser vorgeheizt werden. Insbesondere für Familien mit Kindern und für den Schulsport hatten die Architekten das neue Bad entworfen - das selbe Büro übrigens, das auch das Parthebad geplant hatte. Die Räte forderten nach der Vorstellung der Pläne Bürgermeister Jens Spiske (FWM) auf, die Zahlen möglichst zügig zu prüfen, um eventuell noch vor der Sommerpause den Neubau im nächsten Jahr anschieben zu können.

Finanzierung ist in Arbeit

Die Stadtverwaltung arbeite intensiv daran, mögliche Finanzierungsmodelle für die grundhafte Sanierung der „Alten Dame“ zu erarbeiten, erwiderte Spiske auf Anfrage. Über Zahlen wolle er noch nicht reden, da die Berechnungen noch liefen. Das Stadtbad sei ein Identifikationsmerkmal, ein Stück Tradition der Stadt. „Mit einem großen Teil der Stadträte besteht Einvernehmen, dass hier dringend Handlungsbedarf ist“, erklärt er.

Aber ohne ein solides Finanzierungsmodell dafür werde er den Stadtrat nicht um eine Entscheidung bitten. Insofern sei auch abschließend keine endgültige Entscheidung über einen Zeitplan gefallen. Spiske: „Ich hoffe jedoch, dass sich der Stadtrat noch in diesem Jahr grundsätzlich für die Sanierung aussprechen kann, beziehungsweise wird.“ Er jedenfalls wolle das über die Grenzen Markranstädts hinaus beliebte Stadtbad „erhalten und zukunftssicher gestalten“.

„Diva lässt bitten“ heißt das Feierprogramm zum 90. Geburtstag des Bades, zu dem der Förderverein am 4. Juni einlädt.

Von Jörg ter Vehn

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