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Markranstädt Stadträte fehlen – Anwohner schalten Anwalt ein
Region Markranstädt Stadträte fehlen – Anwohner schalten Anwalt ein
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08:01 04.11.2018
Die Anwohner in der Lilienthalstraße in Markranstädt wollen ihren Grünstreifen als Sichtschutz zum Gewerbegebiet behalten. Quelle: Foto: André Kempner
MARKRANSTÄDT

„Wir sind heute hier, um mit den Stadträten eine gemeinsame Lösung zu finden“, erklärte Sybille Lochner am Donnerstagabend. Sie hatte mit den anderen Anwohnern der Lilienthalstraße zu einer Versammlung geladen, um auf die Probleme im Zusammenhang mit einer Gewerbeansiedlung direkt gegenüber der Wohnhäuser aufmerksam zu machen. Etwa 50 Bewohner kamen – aber kein einziger Stadtrat. Dabei wird auch in Markranstädt im nächsten Jahr der Stadtrat neu gewählt. „Wir haben das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden“, so Lochner. „Dabei wollen wir eine einvernehmliche Lösung.“

Das Problem: Vier Grundstücke direkt gegenüber der Wohnbebauung in der Lilienthalstraße sind verkauft worden, unter anderem an eine Großküche. „Wir wissen, dass wir gegenüber eines Gewerbegebietes wohnen“, erklärte Lochner. Allerdings sei den Anwohnern beim Kauf der Grundstücke zugesichert worden, dass ruhiges Gewerbe angesiedelt werde. „Davon kann bei einer Großküche keine Rede sein“, so Lochner. „Es sind so viele Grundstücke in diesem Gebiet frei, warum musste es denn ausgerechnet dieses sein?“

Streit um Stichstraße

Die Stadt habe dem neuen Eigentümer Alternativflächen angeboten, heißt es auf Nachfrage der LVZ. Er habe sich jedoch letztlich für dieses Grundstück entschieden. Bereits am 18. September habe es ein ausführliches Treffen mit den Anwohnern und Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler) gegeben. Dort sei den Bewohnern auch ausdrücklich mitgeteilt worden, dass eine befürchtete Entfernung des Grünstreifens nicht vorgesehen ist.

Der etwa zehn Meter breite Grünstreifen ist Mitte der 1990er-Jahre angelegt worden, um einen Sichtschutz zu den Gewerbeflächen zu gewährleisten. Mittlerweile hätten sich in den 23 Bäumen und 700 Sträuchern zahlreiche Vögel und Insekten angesiedelt, so Sybille Lochner. Zu Gunsten von vier Einfahrten sollen jetzt jedoch Teile der Grünfläche geopfert werden. „Dabei ist laut Bebauungsplan weiter oben eine Stichstraße mit dem Namen Röntgenstraße geplant“, so die Anwohnerin. „Wir fordern, dass die gebaut wird und die Zufahrten zu den Gewerbeflächen über diese Straße laufen.“ Mit Ausnahme der Großküche, die die Bewohner komplett ablehnen. Schließlich gebe es einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2014, der in dem Gebiet gegenüber der Lilienthalstraße ein Mischgebiet, also 50 Prozent Wohnbebauung und 50 Prozent Gewerbe, vorsehe, so Lochner. Von einem reinen Gewerbegebiet sei nie die Rede gewesen.

Stadt: Gesamtkonzept ist korrekt

Eine geplante Röntgenstraße sei der Stadtverwaltung nicht bekannt, heißt es aus dem Rathaus. „Das Gesamtkonzept für die Ranstädter Mark hat sich in den 1990er-Jahren mehrfach geändert“, so Stadtsprecherin Heike Helbig. „Eventuell beziehen sich die Anwohner auf alte Konzepte oder Planunterlagen.“ Die Stadt bewege sich absolut im Rahmen der gültigen Bebauungspläne. Auch das sehen die Anwohner anders. Wie Donnerstagabend bekannt wurde, liegt der Fall nun beim Anwalt.

Von Linda Polenz

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