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Markranstädt Stadtrat diskutiert über Kita-Standorte
Region Markranstädt Stadtrat diskutiert über Kita-Standorte
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23:59 09.05.2014
"Brocken um die Ohren geflogen": Im sanierungsbedürftigen Stadtbad streichen Ronny Bettzüge (l.) und Manfred Blancke das große Badebecken neu an. Quelle: André Kempner
Markranstädt

emen zu bewältigen:

Den Hauptteil der Diskussion nahm dabei der geplante Neubau einer Kita in Anspruch. Zwar liege die Bedarfsdeckung bei Krippenplätzen in Markranstädt bei guten 82 Prozent und bei Kitaplätzen sogar bei 91 Prozent. Aber seit zwei Jahren könne der Bedarf an Betreuungsplätzen eben nicht mehr vollständig gedeckt werden, erläuterte die Erste Beigeordnete Beate Lehmann. Um den größten Engpass zu beseitigen, solle die Kapazität der Kita Weißbachweg um 25 Plätze aufgestockt werden. Da die Zahl neuer Kinder in Markranstädt stabil bei etwa 100 pro Jahr liege, könne die Gesamtsituation nur durch einen Neubau gelöst werden. Laut Bedarfsplan seien 18 Krippen- und 65 Kitaplätze nötig. Sieben mögliche Standorte seien vom Bauamt bewertet worden, erklärte sie. Favorit sei das neue Baugebiet am Kulkwitzer See, wo es auch eine für den Gemeingebrauch schon vorgesehene Fläche gebe. Diese könne aber dann nicht mehr Gewinn bringend veräußert werden, gab sie zu bedenken. Die gleiche Punktzahl erhielt ein Standort im Stadtpark neben dem Jugendbegegnungszentrum. Dafür müssten allerdings zwölf Starkbäume gefällt werden, gab der CDU-Fraktionschef Volker Kirschner zu bedenken. Die Entwicklung dort sei eine politische Entscheidung, sagte Lehmann. Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) erklärte, das Grundstück für die Kita solle möglichst nichts kosten, da der Kauf nicht förderfähig sei. Das Ergebnis über den Standort sei aber völlig offen und Sache des Stadtrates. Geprüft worden waren ferner Flächen wie die Leipziger Straße 55/57, die Ecke Krakauer-/Neue Straße, Areale an der Weststraße sowie An der Schachtbahn. Stadträte verschiedener Fraktionen brachten auch weitere Orte ins Gespräch, diskutierten etwa über die Häufung der Kitas im Stadtzentrum, Spiske bat darum, die Diskussion in den Fraktionen weiterzuführen. Lehmann drängte auf einen Entschluss möglichst noch im September, um die Fördermittel beantragen und im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen zu können.

Der Umrüstung zweier geplanter Blockheizkraftwerke nahe Quesitz stimmte der Rat bei einer Gegenstimme zu. Im Vorfeld war um eine dritte Anlage gestritten worden, die zu nahe an Thronitz gebaut worden war. Sie wurde inzwischen korrekt umgesetzt. Wegen der Nutzung des Gases seien die Standorte am Autohaus Quesitz und am landwirtschaftlichen Betrieb ausgewählt worden, erklärte Projektentwickler Roman Motzko auf Nachfrage. Spiske sagte, laut den Gutachten sei alles in Ordnung. Im Übrigen könne der Kreis bei einem Nein das Votum der Stadt überstimmen. Heike Kunzemann, Fraktionschefin der Linken, mahnte, wegen möglicher Belastungen solche Standorte genauer zu prüfen. "Fakt ist, die Anwohner zahlen den Preis für die Energiewende, die wir uns auf die Fahne geschrieben haben."

Beim Thema Verkehrslärm will Markranstädt jetzt Druck machen. Spiske kündigte an, den Kreis zu einer Entscheidung in Sachen Tempo 30 auf den Bundesstraßen aufzufordern. Vor fast einem Jahr habe die Stadt den Antrag gestellt. Noch immer sei kein Beschluss dazu gefallen. "Das ist nicht hinnehmbar", so Spiske. Ronald Gängel (Linke) befürchtete, mit einem Bescheid eventuell die geplante Umgehungsstraße zu blockieren. Gerd Plato (SPD) brachte als Beispiel Wellaune, wo Tempo 30 durchgesetzt wurde, deshalb keine Umgehung mehr gebaut werde. Kirschner sagte, vor 24 Jahren schon sei die Straße gefordert worden. "Und bis 2020 sind wir sowieso nicht im Wegeplan drin."

Das Stadtbad wird in diesem Jahr erst später öffnen. "Bei der Reinigung flogen uns die Brocken um die Ohren", erklärte Spiske. Eine grundhafte Sanierung sei eigentlich nötig. In diesem Jahr werde noch mal ausgebessert, voraussichtlich Mitte Juni eröffnet. Gestern waren die Handwerker noch bei letzten Malarbeiten am Becken. Ab Montag soll das Wasser eingelassen werden.

Wortabschneider

Markranstädt. An abgewählte Zeiten erinnert fühlten sich Beobachter der jüngsten Stadtratssitzung. Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) fuhr zweimal quengeligen Bürgern bei der Fragestunde über den Mund, so seinem früheren Wählerfreund Manfred Schwung und Rainer Kirsche von der AG Verkehrslärm, und würgte auch den fragenden Stadtrat Ronald Gängel (Linke) ab. Dessen Fraktionschefin Heike Kunzemann kritisierte das: "Es ist vielleicht unangenehm, aber das muss man aushalten." Spiske erwiderte ziemlich leise: "Das habe ich zur Kenntnis genommen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.05.2014

Jörg ter Vehn

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