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Stadtrat erwägt Installation von Solaranlagen

Stadtrat erwägt Installation von Solaranlagen

Markranstädt. Die Stadträte beratschlagen auf ihrer Sitzung morgen, ob auf die Dächer von Stadthalle und Sportcenter Solaranlagen gebaut werden.

. Kämmerer Torsten Oschmann hatte sich auf Antrag der CDU-Fraktion erkundigt, inwieweit dabei Erträge zu erwirtschaften sind und die Ergebnisse im Verwaltungsausschuss vorgestellt.

„Es wäre technisch durchführbar“, sagte Oschmann, der mit 450 000 Euro Anschaffungskosten rechnet. Je nach Finanzierungsmodell könnte die Kommune für den über die geförderten Anlagen erzeugten und ins öffentliche Netz eingespeisten Strom sofort Gelder erhalten oder zunächst den Kredit derart aufnehmen, dass sich Zinsen und Tilgung decken und acht Jahre lang kein Geld fließt. Oschmanns Kalkulierungen zufolge könnten die Stadt nach zehn Jahren jährlich 36 000 Euro einnehmen, oder aber 14 000 ab sofort – wenn man eine Lebensdauer der Solarzellen von 20 Jahren unterstellt. Der Kämmerer plädierte für den Plan: „Das passt zu unserer Vorreiterrolle in punkto Energie und wäre eine interessante Einnahmequelle.“

Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) sprach sich auch dafür aus und argumentierte, der Hersteller garantiere für 20 Jahre 80 Prozent der Leistung der Solarzellen. Dagegen plädierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kirschner dafür, das Vorhaben von einem unabhängigen Fachmann durchrechnen zu lassen. Kritischer sah der SPD-Fraktionschef Heiko Küster das Vorhaben. Er betonte, als Privatmann sei ihm gesagt worden, bei den Solarzellen handele es sich um Sondermüll, die Entsorgung koste später viel Geld. Mehrere Stimmen merkten an, dass unklar sei, was aus der Garantie wird, wenn der Hersteller insolvent gehe. Andere wiederum betonten, es handele sich um einen größeren Eingriff ins Gebäude. Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Heike Kunzemann wünschte sich zur Erleichterung der Entscheidung die Berechnungen des Kämmerers als Informationsvorlage. Ein kostenpflichtiges Gutachten solle derzeit nicht in Auftrag gegeben werden, einigte man sich zunächst auf der Sitzung.

Auch er habe anfangs gedacht, so einfach lasse sich Geld nicht verdienen, warb Oschmann. Für den Fall, man entscheide sich dafür, sei zu überlegen, in welcher Form der Betrieb organisiert wird. Klar, ist, wenn der Stadtrat die Photovoltaikanlagen auf den Dächern sehen will, sollte er schnell handeln. Schließlich sinkt die vertraglich fixierbare Einspeisevergütung von 39,14 Cent pro ins Netz einspeister Kilowattstunde ab 1. Juli um 16 Prozent.

Kendra Reinhardt

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