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Markranstädt Starke Männer, edle Tropfen und ein Funkenmariechen, das Salto schlägt
Region Markranstädt Starke Männer, edle Tropfen und ein Funkenmariechen, das Salto schlägt
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12:46 19.11.2017
So süß: Die Jugendgarde nahm die Besucher bei der närrischen Zeitreise des MCC in der ausverkauften Stadthalle mit zu „Wicky und den starken Männern“. Quelle: Fotos: André Kempner
Markranstädt

Wenn ein Zwei-Stunden-Programm über drei dauert, muss unterwegs wohl was passiert sein. So geschehen in Markranstädt, wo beim närrischen Auftakt am Samstagabend der Spaß in die Verlängerung ging.

Derweil der Karneval andernorts in Sachsen eher dahindümpelt, scheint die närrische Ausgelassenheit in der fünften Jahreszeit in Markranstädt Jahr für Jahr eher zuzunehmen. Fast hundert Aktive beim Markranstädter Carnevals Club (MCC) jedenfalls sorgten am Samstagabend in der ausverkauften Stadthalle für gute Stimmung.

Tanz, Bütt, Gesang – Schlag auf Schlag nahm Zeremonienmeister Thomas Koch – diesmal als Doc Emmett Brown im weißen Kittel samt 80er-Jahre-Mähne verkleidet – die Zuschauer mit auf die Reise in seiner Zeitmaschine. Durch Raum und Zeit ging es zu „Wicky und den starken Männern“, hinreißend süß von den Kindern der Jugendgarde mit gestrickten Helmen samt Hörnern getanzt, bis zur Titanic. Das Männerballett hatte hier sichtlich allen Spaß daran, die berühmte Schmuseszene im Oldtimer samt beschlagenen Scheiben in Szene zu setzen. Ein schwungvoller Showtanz zu mitreißender Musik tat ein Übriges: „Zugabe“ hieß es nicht nur bei den Männern, die so überzeugend Frau spielen können.

Tolle Kostüme, viel Tanz und närrischer Humor – so geht Karneval in Lallendorf.

Auch der Weiberrat durfte in die Verlängerung. Die Damen gingen amüsant der Frage nach, die offenbar viele beschäftigt: Was schmeckt besser, Mon Cheri oder Edle Tropfen? Ehrensache, dass dafür die bekannte Claudia Bertami im Kirschenkleid genauso antrat wie ihr Gegenspieler Sky du Mont im Skianzug.

Undenkbar wäre Karneval in Lallendorf aber ohne seine Tanzgruppen. Von der Jugend- über die Junioren- bis zur Funkengarde reicht die Altersspanne mit mehr als 50 närrischen Tanzsportlerinnen, die jeweils mit Garde- aber auch mit einem Showtanz glänzten. Am meisten Applaus von allen bekam an diesem Abend aber das neue Funkenmariechen des MCC: Anna Prinzing tanzte, sprang, überschlug sich, hüpfte mühelos in den Spagat und warf die Beine, dass die Zuschauer nur so staunten. Denn ihr Lächeln verlor sie bei aller Artistik nie.

Da hatten es die Redner in der Bütt mit der Wortakrobatik schon etwas schwerer. Tobias Hein und Thomas Koch versuchten es mit deutsch-amerikanischen Witzen, von denen aber nicht alle zündeten. Und Bernd Hollwitz als „Börnie“ nahm sich den stadtpolitischen Teil vor, zielte auf Bürgermeister Jens Spiske und sang: „Er macht sein Ding, egal was die anderen sagen.“ Der Stadtchef, mit junger Lebenspartnerin erschienen, lächelte immerhin, als „Börnie“ per Zeitmaschine für 2018 voraussah: „Er macht den Tillich und geht freiwillig.“

Die „Goldgählchen“, Stimmungsmusikmacher des MCC, läuteten schließlich bei ihrem dritten Auftritt an dem Abend das Finale des Programms ein. Zu ihrer Vereinshymne hielt es spätestens jetzt keinen mehr auf seinem Stuhl, der Saal schunkelte, stimmte ein in den Schlachtruf „Lallendorf Oho!“. Danach soll es wie immer noch lange und feucht-fröhlich weitergangen sein bis tief in die Nacht...

Von Jörg ter Vehn

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