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Stillstand am Werbener See

Stillstand am Werbener See

Birger Zentners Lieblingssee ist kein Touristen-Mekka. Aber er ist idyllisch und liegt so gut wie vor der Haustür. „Ich jogge dort, gehe spazieren und baden“, erzählt der Kitzener.

Kitzen. „Und ab und zu fotografiere ich Vögel.“ Ihn zieht der frühere Tagebau zwischen Kitzen, Zwenkau und Pegau an, weil er unberührt ist. „Hier sind Badende, Spaziergänger, Fahrradfahrer und Angler in überschaubarer Anzahl. Und das Wasser ist sehr klar.“

Dass der Werbener See – mit 80 Hektar das zweitkleinste Gewässer des Neuseenlandes – kein Anziehungspunkt ist, scheint an einer unübersichtlichen Gemengelage zu liegen: Die Gemeinden grenzen zwar an den See, aber das Gelände gehört der Firma Agrarprodukte Kitzen. Peter Bringer, Bürgermeister von Pegau, sagt, die Verhandlungen mit der Genossenschaft laufen „ziemlich langsam“. „Der See ist formell noch nicht dem Gemeingebrauch gewidmet“, so Bringer. Darum werde er nicht touristisch beworben. „An manchen Stellen stehen sogar Schilder, die das Betreten verbieten.“ Bringer sagt, er würde den See gerne bald als Naherholungsgebiet erschließen.

„Wünschenswert wäre, Pflege und Beschilderung zu regeln.“ Auch dafür, dass die Gründung der Interessengemeinschaft „Freunde des Werbener Sees“ zwar vor über einem Jahr angekündigt, aber nie in die Tat umgesetzt wurde, sieht er die Agrarprodukte Kitzen in der Schuld: „Von denen kam eine Absichtserklärung, weiter nichts.“ Das sieht Hans-Uwe Heilmann vom Vorstand der Genossenschaft anders. „Die Interessengemeinschaft war meine Idee, weil wir den See durchaus nutzbar machen wollen – aber die Gemeinden müssen ihren Beitrag leisten.“ So habe ihn bisher keine der Kommunen unterstützt, den Müll der Badegäste wegzuräumen, den Uferweg zu pflegen oder die Hunde aus dem Vogelschutzgebiet fernzuhalten. „Da müssen die Ordnungsämter aktiv werden.“ Heilmann sagt, er würde gerne einen Badestrand schaffen. Dass es bisher nicht einmal erlaubt ist, ins Wasser zu gehen, liegt in Heilmanns Augen am mangelnden Engagement der drei Städte.

Matthias Kopp, Geschäftsführer des Anglerverbandes Sachsen, hat genau wie Zentner kein Problem damit, dass der See keine Touristenattraktion, sondern ein ruhiger Geheimtipp ist. Sein Verband, zu dem 200 Vereine gehören, hat das Fischereirecht von der Genossenschaft gepachtet. „Er ist groß genug, dass er nicht zu schnell leergefischt ist – aber auch nicht so groß, dass keine Tiere am Ufer schwimmen.“ Die Fischer – 642 Mal wurde im Jahr 2008 offiziell am See geangelt – kämen zum großen Teil nicht vom örtlichen Verein, schätzt Kopp, sondern von weiter auf der Suche nach Abwechslung. „Schön finden viele die kuschelige Landschaft, die urwüchsigen Dörfer, und dass das Bootsangeln gestattet ist.“ Außerdem habe der Verband vor zehn Jahren Maräneneier im See ausgesetzt – die ersten Exemplare wurden in diesem Jahr gefangen. „Der Fisch gedeiht erst ab einer Tiefe von 20 Metern. Er ist nicht leicht zu fangen, aber ein echter Leckerbissen.“ Und so profitieren zumindest die Angler von der schleppenden Entwicklung am Werbener See.

Florian Bamberg

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