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Markranstädt Straßenmeisterei Zwenkau öffnet die Türen
Region Markranstädt Straßenmeisterei Zwenkau öffnet die Türen
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06:01 14.03.2019
Straßenmeister Hartmut Seidel und Alexander Hauswald zeigen Janik und Lucas (von links nach rechts), wie der Schneepflug am Unimog befestigt wird. Quelle: Kempner
Zwenkau

In dieser Woche läuft Sachsens größte Initiative „Schau rein!“ zur Berufsorientierung. Das Landratsamt des Landkreises Leipzig hat die Türen zur Straßenmeisterei in Zwenkau geöffnet, um für den Job des Straßenwärters beziehungsweise der Straßenwärterin zu werben.

Lucas Dobritz (14) und Janik Neuhaus (15), die mit Frank Rübner, dem Referenten von Landrat Henry Graichen (CDU), Straßenmeister Hartmut Seidel und seinem Stellvertreter Alexander Hauswald an einem Tisch sitzen, sind wirklich interessiert an der Ausbildung. Die beiden Jungs von der Paul-Guenther-Schule in Geithain haben sich bereits am Tag zuvor in der Straßenmeisterei Großbothen umgesehen, um vergleichen zu können. „Beide Betriebe machen einen guten Eindruck“, stellen sie fest. „Zwenkau kommt uns ein wenig moderner vor.“ Dabei sei Zwenkau, zwischen 2003 und 2005 gebaut, ein paar Jahre älter, schmunzelt Seidel. Er erklärt den beiden, worauf es in der Praxis ankommt: „Wir sind den ganzen Tag an der frischen Luft und verbringen kaum Zeit am Computer. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Der LKW-Führerschein sei Voraussetzung für den Abschluss, davor dürften die Bewerber keine Angst haben. Lucas und Janik bekommen einen Plan mit den Zeiten, die sie in der Berufsschule und im ÜAZ, dem Überbetrieblichen Ausbildungszentrum in Zwickau, zubringen müssen. Dort werden zukünftige Straßenwärter für den Unterhaltungs- und Instandsetzungsdienst an den sächsischen Straßen fit gemacht. „Im ÜAZ kann man auch wieder etwas abreißen, wenn es nicht funktioniert hat“, so Seidel. Auf der Straße müsse sofort alles stimmen.

Alexander Hauswald führt das Duo auf dem Gelände herum, auf dem eigens eine simulierte Verkehrsführung mit einer mobilen Ampel und Absperrgittern aufgebaut wurde. Die Mitarbeiter füllen zu Demonstrationszwecken den Unimog mit einem Radlader voll Streusalz und schmeißen den mächtigen Häcksler an. Denn wenn auf den Straßen Gefahr im Verzug ist, müssen Bäume verschnitten werden. Hauswald zeigt, wie ein Fahrzeug für den Winterdienst vorbereitet wird. Dabei bräuchte man einen zweiten Mann. Teamfähigkeit sei ganz wichtig, man müsse miteinander auskommen.

Die Aufgaben des Straßenwärters sind vielfältig

Die Aufgaben eines Straßenwärters sind vielfältig, dazu gehören die Instandsetzung bei Mängeln im Straßennetz, wie die Beseitigung von Schlaglöchern, die Instandsetzung und Bewirtschaftung der nötigen Entwässerungseinrichtungen, die Pflege der Bankette, Kontrollfahrten zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit, der Winterdienst und die Wartung der Fahrzeuge sowie der vorhandenen Technik der Straßenmeisterei. „Wir betreuen rund 300 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen inklusive des Lauftraumes darüber“, erklärt er. 44 Ampelanlagen, neun Regenrückhaltebecken, Lärmschutzwände und Stützmauern sowie 94 Brücken gehörten zum Gebiet. Dabei geht es längst nicht nur um technische und bauliche Maßnahmen. Unter den Brücken finden die Straßenwärter gelegentlich die Lagerstätten von Obdachlosen und regelmäßig jede Menge Müll, ebenso entlang der Straßen und an Rastplätzen. Ein 20 Kubikmeter-Container wird da alle drei Wochen voll. „Es sind nicht nur die Bonbonpapierchen, die ein Autofahrer mal aus dem Fenster wirft“, weiß Seidel.

Künftige Straßenwärter brauchen auch gute Nerven und ein dickes Fell, wenn es rücksichtslosen, vorbeirauschenden Verkehrsteilnehmern ohne Verständnis dafür, dass für ihre eigene Sicherheit gearbeitet wird, nicht schnell genug geht. Zum Dank für ihren engagierten Einsatz würden sie gelegentlich sogar beschimpft, verrät Hartmut Seidel.

Dennoch ist für Janik jetzt schon klar, dass er sich bewerben wird. „Ich war schon immer sehr technikinteressiert und finde den Beruf spannend. Man hat jeden Tag etwas anderes zu tun“, sagt er. Lucas hat sich noch nicht entschieden. Er liebäugelt auch mit einer Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker. In den vergangenen Jahren kamen auf zwei bis vier Ausbildungsstellen um die 40 Bewerber, das sind jetzt deutlich weniger. „Dabei brauchen wir zuverlässige Kollegen“, betont Seidel, der im Reigen der wetterfesten Kerle auch schon zwei junge Damen ausgebildet hat.

Von Gislinde Redepenning

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