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Markranstädt Streit um Sperrung der Leipziger Straße
Region Markranstädt Streit um Sperrung der Leipziger Straße
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14:24 19.05.2015
Ende nächster Woche wird die Leipziger Straße zwischen Karl- und Eisenbahnstraße gesperrt. Quelle: André Kempner

Das Rathaus hatte eigens Planer István Pataki vom Ingenieurbüro IHB eingeladen, das für das federführende Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) die Planung des B87-Umbaus erledigt hatte. Und so wie Frank Hahn von der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Auftrag einiger Händler die nicht geplante Vollsperrung der Einkaufsmeile zwischen Karlstraße und Eisenbahnstraße heftig kritisierte und von der Stadt forderte, sich für den Schutz des Gewerbes einzusetzen, verteidigte der Planer die Maßnahme als unausweichlich und im Übrigen auch als von vornherein nicht anders gedacht.

Denn von Anfang an sei nur die Erreichbarkeit der Geschäfte für Anlieferung und Kunden oberstes Ziel gewesen. Das bleibe auch nach der Vollsperrung möglich, allerdings mit Einschränkungen, so Pataki. Weil die schon fertige Fahrbahn zu schmal sei, um den sicheren Bauablauf auf der anderen Seite zu ermöglichen, könne die Straße nicht offiziell halbseitig geöffnet werden. Befahrbar sei sie dennoch, sagte er vieldeutig.

Händler kritisierten das Handeln auch der Stadt als wenig bürgernah, meinten, keinen Rathausmitarbeiter auf der Baustelle gesehen zu haben. Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) verwahrte sich dagegen. Die Stadt sei nicht Bauherr, habe ein "ureigenstes Interesse", dass der Einzelhandel möglichst wenig in Mitleidenschaft gezogen werde. Bauen gehe nun mal nicht ohne Beeinträchtigungen. Die Stadt habe nur beschränkte Einflussmöglichkeiten.

In der Fragezeit erklärte Pataki auf Anfrage von Stadtrat Hans-Jürgen Berg (Linke) nach dem Schuldigen für die Planung, dass es nur dem Verhandlungsgeschick der Stadt geschuldet gewesen sei, dass es bisher nur halbseitige Sperrungen gab. Der Bauherr habe lieber komplett unter Vollsperrung arbeiten lasen wollen, erklärte Pataki.

"Wir wollen aus der Leipziger Straße einen langen Markt machen. Aber das nützt nichts, wenn kein Geschäft mehr da ist", beschrieb Volker Kirschner (CDU) die Misere. Auf seine Frage nach irgendeiner Möglichkeit, den Durchfahrtverkehr doch noch offiziell zu erlauben, sah Pataki auch keine Möglichkeit. Richtung Spiske fragte Kirschner nach einem finanziellen Ausgleich für die Händler - was dieser wie erwartet ablehnte. Das sei im Haushalt so nicht geplant gewesen, so Spiske.

Am Ende brachte es Heike Kunzemann (Linke) so auf den Punkt: "Da wird sich doch wieder ein Schleichweg finden wie jetzt über Nettomarkt-Parkplatz und Tankstelle." Ortskundige kennen die Lücke schon: Wieder ein Supermarkt...

Beschlüsse:

Sportcenter: Bei vier Enthaltungen und ohne Gegenstimmen legitimierte der Stadtrat nachträglich eine unter Vorbehalt gefasste Eilentscheidung des Bürgermeisters zur Beendigung des Sportcenter-Gerichtsstreits. Wie berichtet, zahlen Architekt und Versicherung zusammen 215 000 Euro - weniger als erhofft, aber mehr als von ihnen ursprünglich angeboten.

Gewerbe: Die Stadt verkauft ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück im Gewebegebiet Nordost an Detzner Fliesenbau, das seinen Handwerksbetrieb aus der Innenstadt dahin verlegt.

Erschließung: In Seebenisch setzt die Stadt ihr Vorkaufsrecht ein und tritt in einen Grundstückskaufvertrag ein. Es geht dabei um kleine Verkehrswegeflächen, die für die Erschließung von Baugrundstücken nötig seien, hieß es.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.07.2014
Jörg ter Vehn

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