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Markranstädt Streit um nächtlichen Lärm am Vereinshaus
Region Markranstädt Streit um nächtlichen Lärm am Vereinshaus
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08:00 01.02.2018
Manchem Anwohner zu laut sind die Feste rund um Bockwindmühle und Vereinsheim in Lindennaundorf. Der Bebauungsplan des Geländes wird nun geändert, die Belästigung soll auch aus Sicht des Heimatvereins reduziert werden. Quelle: Andre Kempner
Markranstädt

Die Festwiese und das Vereinsheim in Lindennaundorf an der Bockwindmühle sind für Feiern und Feste gut genutzt. Zu laut und zu rege, klagen einige Nachbarn. Der Bebauungsplan für das Areal auf der ehemaligen Lehmgrube wird nun angepasst, um möglichst allem Rechnung zu tragen. Auch dafür sind Kompromisse nötig, wie die Diskussion bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung am Dienstagabend im Ratssaal zeigte.

Peinlich, dass ausgerechnet beim sensiblen Thema Lärmschutz ein aufgebrachter Nachbar die Planer in Bedrängnis bringen konnte. Sie hatten nach einer umfangreichen Schallimmissionsprognose 45 dB(A) nachts für das Gelände in den neuen B-Plan-Entwurf geschrieben. Dabei gilt in allgemeinen Wohngebieten, wie den benachbarten Ellernwiesen, eine Lärmgrenze von 40 Dezibel. Zur Erklärung: Jeweils drei Dezibel sind eine Verdoppelung des Lärms. Bauamtsleiter Sven Pleße konnte die daraus ergebenden Fragen auch mit Blick auf den Fachplaner nicht lösen. „Klar ist, wir müssen die rechtlichen Vorgaben erfüllen, werden das nochmal prüfen. Die Begründung, warum wir 40 oder 45 Dezibel festlegen, sollte der B-Plan bringen“, fand er und versprach eine Überarbeitung.

Wer denn die Einhaltung der Werte überwache, wollte ein Nachbar wissen und berichtete von wiederholtem Lärm bis weit nach Mitternacht und das wiederum mitunter das ganze Wochenende lang. Genau 52 Veranstaltungen habe er in einem Jahr gezählt, berichtete ein anderer Nachbar aufgebracht. Die Stadt überwache den Lärm, das Landratsamt könne zudem Prüfungsszenarien veranlassen, antwortete Pleße. Er mahnte, das Vereinsheim und seine Nutzung nicht generell in Frage zu stellen. „In Göhrenz zum Beispiel suchen sie gerade händeringend nach so etwas“, wusste Pleße. Es müsse eine Lösung gefunden werden, das Haus zu nutzen und die Nachbarn trotzdem ihre Ruhe finden zu lassen.

Andere Lindenaundorfer betonten, nur etwa sechs bis maximal acht Häuser seien vom Lärm betroffen. Wegen einiger weniger dürfe doch nicht die ganze Nutzung kippen, sagten sie. „Das Miteinander ist wichtig.“ Auch Pleße bat, aufeinander zuzugehen. Es müsse eine Regelung zu einem „angemessenen Umgang mit den Feierlichkeiten zusammen mit dem Heimatverein“ gefunden werden.

Heimatvereinschef Jens Schwertfeger erklärte, die Nutzung sei längst deutlich heruntergefahren worden, habe zuletzt zweimal im Monat betragen. In einer neuen Hausordnung untersage der Verein ausdrücklich nächtlichen Lärm. „Wir wollen es nicht eskalieren lassen, werden die Belästigung weiter reduzieren“, versprach er. Andererseits benötige der Verein auch Einnahmen, um feste Kosten wie für die Versicherung der Bockwindmühle, und der Festwiese sowie für den Stromanschluss dort zahlen zu können.

Weitere Regelungen werden möglichen Lärm ausschließen. So soll die geplante, aber nie umgesetzte Buswendeschleife aus den Plänen verschwinden, ebenso vorgesehene Parkplätze. Das Baufeld für Mühle und Vereinsheim wird an die Gegebenheiten angepasst, das westlich anschließende Grün wird nicht aufgeforstet, sondern bleibt Gebüschen vorbehalten. Die Pläne für die Änderung des B-Planes sollen für jedermann bis 24. Februar im Rathaus ausliegen.

Von Jörg ter Vehn

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