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Tempo 30: "Die wollen einfach nicht"

Tempo 30: "Die wollen einfach nicht"

Mehr als 600 Bewohner von Markranstädt sind täglich so stark vom Verkehrslärm belastet, dass ihnen Gesundheitsgefahren drohen. Doch die Stadt hat jetzt auf ihrem Weg zu einem Lärmaktionsplan, der Tempo 30 auf den beiden Bundesstraßen vorsieht, einen herben Rückschlag einstecken müssen.

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Verkehrslärm: Unterhalb des Rathauses Markranstädt kreuzen sich zwei Bundesstraßen.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Am Montag trafen sich Vertreter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), des Kreises und der Stadt, um über den Antrag der Verwaltung auf Tempo in den Bundesstraßen in Markranstädt zu beraten. Das Ergebnis war nach Aussage der Ersten Beigeordneten Beate Lehmann deprimierend. Das Lasuv habe mitgeteilt, dass ja vor dem Jahr 2000 bereits in Sachen Lärmschutz rund 1,4 Millionen Mark entlang der Zwenkauer Straße in Schutzfenster und Lüfter investiert worden seien. Damals habe jeder Betroffene einen Antrag stellen können und die Bemessung der Leistung sei von einer höheren Belastung ausgegangen, als sie heute nachweislich bestehe, erklärte Lehmann frustriert.

Außerdem hätten das Lasuv und die Polizei erklärt, dass sie von der geforderten Tempo-30-Beschränkung keine wirksame Lärmminderung für die Anwohner erwarten würden. Wegen der Eisenbahnschranken, der Ampelanlage, der Überwege und der Kurven im Bereich der Bundesstraßen in der Stadt könne ohnehin kaum 50 Stundenkilometer gefahren werden, hieß es.

Die Beobachtung deckt sich zum Teil mit den Messungen der Geschwindigkeitstafeln in der Schkeuditzer Straße, die ein Durchschnittstempo aller Kraftfahrer von 39 km/h errechnete. "Auf der Zwenkauer Straße sind es jedoch schon 49 Stundenkilometer", erläuterte Lehmann gestern die Messung der anderen Tafel. Sie will nun dem Kreis die Messwerte übergeben.

Wie berichtet, hatte die Stadt per Gutachten nachweisen können und müssen, dass sich bei Tempo 30 der Verkehrslärm entlang der Bundesstraßen in der Stadt deutlich mindert. Dieses Gutachten sei jedoch jetzt vom Lasuv angezweifelt worden, sagte Lehmann. Die echten Werte könne nur ein Verfahren errechnen, dass das Lasuv selber beauftragen müsse.

"Damit werden alle unsere Bemühungen komplett an der Nase herumgeführt", beschwerte sich Lehmann. "Die wollen einfach nicht." Bei dem Lärmaktionsplan gehe es aber nicht um irgendetwas, sondern um die Durchsetzung europäischen Rechts, verwies sie auf den Hintergrund und die enorme Belastung der Anwohner. Dem Vernehmen nach hatte das Lasuv die Richtlinien des Bundes dagegengehalten. Die darin definierte Menge an ortsüblichem Lärm sei hinzunehmen, hieß es.

Der Kreis erklärte gestern, es fehlten noch einige Zählergebnisse wie die Verkehrsstärke und die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten. Derzeit mache in der Leipziger Straße jedoch wegen der Baumaßnahme eine Verkehrszählung keinen Sinn. Neben der Lärmemission sei bei der Tempo-Reduzierung auch die Stickoxid- und Feinstaubbelastung der Anwohner zu berücksichtigen. Bei Tempo 30 sei dabei von einer Erhöhung der Werte auszugehen, mahnte Sprecherin Brigitte Laux. Gegebenenfalls werde nun das Lasuv noch ein Gutachten zu den tatsächlichen Geschwindigkeiten in Auftrag geben, sagte Laux. Das Lasuv äußerte sich gestern nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2013

Jörg ter Vehn

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