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Markranstädt Tempo 30 im Zentrum von Markranstädt – es bleibt bei Befristung
Region Markranstädt Tempo 30 im Zentrum von Markranstädt – es bleibt bei Befristung
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07:01 03.12.2018
Tempo 30: In der Zwenkauer Straße gilt auch weiterhin die Geschwindigkeitsbegrenzung. Quelle: André Kempner
Markranstädt

Zumindest einen Teilerfolg hat die Stadt Markranstädt erzielt: Bis zum 31. Dezember 2019 sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 Stundenkilometer im Kernstadtgebiet auf den Bundesstraßem 186 und 87 verlängert worden. Allerdings hatte die Kommune per 15-seitigem Gutachten, das der LVZ vorliegt, eigentlich eine Entfristung dieser Regelung beantragt.

Positive Auswirkungen für die Bevölkerung

Markranstädt liegt verkehrsgünstig an zwei kreuzenden Bundesstraßen. Diese Lage hat sich mit zunehmender Verkehrsbelastung innerhalb der vergangenen Jahrzehnte zu einer enormen Belastung für Stadt und Bevölkerung entwickelt“, heißt es in der Einleitung zum Gutachten. Durch das zunehmende Verkehrsaufkommen würden regelmäßig Grenzwerte in puncto Lärm im Bereich von Wohnbebauung überschritten. Aus diesem Grund hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr für passive Lärmschutzmaßnahmen an den Gebäuden gesorgt. Die befristete Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 diente der Übergangsphase, wurde an den geplanten Abschluss der Lärmsanierungsmaßnahmen Ende dieses Jahres geknüpft. „Die Verbesserung der Wohnsituation durch das Nachrüsten geeigneter Fenster- und Lüftungssysteme wird nicht bezweifelt“, so das Gutachten. „Die mit der Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit verbundenen positiven Auswirkungen sind jedoch weitaus vielschichtiger und kommen somit einem deutlich größeren Bevölkerungsspektrum zugute.“

Deutlich sinkende Unfallzahlen

Konkret sei die Zahl der Unfälle durch die Begrenzung auf 30 Stundenkilometer um 44 Prozent reduziert worden. Die Zahl der Personen, die an Unfällen beteiligt waren, gar um die Hälfte. Neben dem kürzeren Bremsweg durch die Temporeduzierung spiele dabei auch eine Rolle, dass bei geringerer Geschwindigkeit die Folgen eines Unfalls meist nicht so schwer sind. „Darüber hinaus kann eine Steigerung der Aufenthaltsqualität in den angrenzenden öffentlichen Straßen- und Freiräumen und die damit verbundene nachhaltig positive städtebauliche Entwicklung nur mit einer Reduzierung der Lärmbelastung und Fahrgeschwindigkeiten einhergehen“, stellt die Stadtverwaltung fest.

Burkhard Schmidt, der eine Petition an den sächsischen Landtag gestartet hat – und mittlerweile 1239 Unterstützer fand –, sieht die erneute Befristung kritisch. „Durch die Verlängerung will man sich lediglich Zeit verschaffen“, findet er, „aber nicht auf die Inhalte des Antrages der Stadt Markranstädt oder auf die Forderungen der Petenten eingehen.“ Die Petition fordere neben der Entfristung die Gleichbehandlung und ein Mitentscheidungsrecht der Kommunen bei verkehrsrechtlichen Anordnungen auf Bundesstraßen, da in Sachsen vielerorts auf Bundesstraßen die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometer unbefristet angeordnet wurde, obwohl die Verkehrsbelastung und die Standortprobleme weitaus geringer seien als in Markranstädt.

Letztmalige Verlängerung der Frist

Landrat Henry Graichen (CDU) habe den zuständigen Staatsminister Martin Dulig (SPD) um eine dauerhafte Anordnung der Geschwindigkeitsbegrenzung gebeten, heißt es auf LVZ-Anfrage aus dem Landratsamt. Der Minister habe zur Entlastung der Anwohner bis zur vollständigen Realisierung der Lärmschutzmaßnahmen letztmalig die Verlängerung der Frist veranlasst.

Zusätzlich zu den beiden Bundesstraßen in der Kernstadt hat die Stadtverwaltung Markranstädt ein Tempo 30 auf der B 186 durch den Ortsteil Priesteblich beantragt. Die positiven Effekte seien dieselben wie in Markranstädt – einzig mit bedeutsamen städtebaulichen Entwicklungen sei in diesem Gebiet nicht zu rechnen. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Von Linda Polenz

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