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The Brogues spielen auf Seebenischer Open-Air gegen Hitze und Regen an

The Brogues spielen auf Seebenischer Open-Air gegen Hitze und Regen an


Markranstädt. Eine der Ersten auf der Tanzfläche schwang die Arme hingerissen im Takt und hopste in Kleidchen und Pamper, keine zwei Jahre alt, munter auf der Festwiese in Seebenisch herum.

. Anders als Lina-Madita lümmelte zu dem Zeitpunkt das Gros der Besucher des Open-Air-Konzerts am Freitagabend noch auf Decken, nippte am Bier und lauschte der Leipziger Band „Toxic Society“.

Nach „Toxic Society" kamen die fünf Mitglieder der „Brogues" aus Thüringen mit Geigenklängen und stürmten die Bühne mit guter Laune, die dann auch auf große Probe gestellt werden sollte. Lud doch die fast stehende, von Korngeruch geschwängerte Sommerluft die mehreren hundert Anwesenden zum ruhigen Abwarten der Dinge und Vertreiben der Maikäfer ein, die jetzt immer erst im Juli kommen. So blieb der Bereich vor der Bühne neben ein paar Tanzfreudigen zunächst Lina-Maditas Ausdrucksfreude überlassen.

Doch die fünf Musiker schwitzten nicht nur wie verrückt, sondern spielten auch wie die Wahnsinnigen, ließen nicht locker und bewegten so manchen mit freundlichen Ansagen, monetären Lockungen und – was dann wohl zog – ihrer stimmungsvollen irischen Musik, den Deckenplatz aufzugeben. „Mairi‘s Wedding", „Lord of Gipsy" und „Donkey Riding" zauberten sie an dem Abend auf die Bühne. Als nach ein paar weiteren Songs der Bann der Trägheit gebrochen, die aufblinkenden Blitze neben den Musikern im Licht verblassten und Lina-Madita schon längst auf dem Weg ins Bett war, kam ungerechterweise der Regen in dicken Tropfen. Den hatten die Blitze erst nur hübsch beleuchtet. Dann ballten sich die Menschen unter den Schirmen. Die Band gab ihr Bestes, wirkte live sehr überzeugend und spielte unbeirrt weiter. Da zeigte auch der Wettergott Erbarmen. So erwischte der Regen die Seebenischer Wiese nur etwas.

„Das war eher erfrischend. Hinterher hatte die Leute auch wieder mehr Lust zum Tanzen", erzählte der stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins Seebenisch Stephan Schreiber. Gegen 23 Uhr übernahm „Gipsy" das Zepter. „Die Stimmung war bis zum Ende super", sagte Schreiber und hob hervor, dass fast alle bis zum Ende geblieben sind. Insgesamt sei das Open-Air-Konzert erfreulich gewesen, obwohl man gehofft habe, dass mehr Menschen kommen, bilanzierte der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Ihn persönlich freute, dass alle Altersklassen vertreten waren. Da zudem dank der Hitze gut konsumiert wurde, scheint das Konzert, das der Verein seit Jahren mit vereinten Kräften im Markranstädter Ortsteil stemmt, um einen kulturellen Akzent zu setzen, auch finanziell aufzugehen. „Es sieht so aus, dass wir im nächsten Jahr wieder etwas ausarbeiten können", meinte Schreiber, der diesmal mit bayrischer Rockmusik liebäugelt. Und selbst wenn er sich umentscheiden sollte, kann er auf eine Tänzerin in Seebenisch wohl schon mal zählen.

Kendra Reinhardt

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