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Markranstädt Themenabend Asyl: Ideen von der Stadtführung über den Sprachkurs bis zur Patenschaft
Region Markranstädt Themenabend Asyl: Ideen von der Stadtführung über den Sprachkurs bis zur Patenschaft
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23:59 30.03.2015
Markranstädt

Bei einem Themenabend besprachen jetzt rund 50 Bürger die Fragen, die damit auf die Gemeinschaft zukommen, und ihre Möglichkeiten zu helfen.

"Wir gehören zur Welt. Also wirkt die Welt auch auf uns. Aber wie sie wirkt, können wir mitgestalten." Mit diesen Worten hatte Pfarrer Michael Zemmrich am Freitag den Themenabend im Weißbachhaus eröffnet. Ideologien habe er dabei versucht heraushalten, so Zemmrich gestern. "Denn Ideologien erschweren eine Annäherung an die Wirklichkeit."

Die Spannungsfelder mied Zemmrich jedoch nicht. Es sei wichtig, bei diesem Thema das Feld so breit wie möglich aufzubauen, die Betroffenen und ihre Fragen auch mitzunehmen, erklärte er sein Anliegen. So kamen neben ausführlichen statistischen Informationen zur demographischen Entwicklung und zur Flüchtlingsfrage auch durchaus asyl-kritische Stimmen zu Wort. Aber auch die Frage, wohin unsere Gesellschaft zukünftig steuert, wie die Zielvorstellungen der Bürgerschaft aussehen, seien diskutiert worden, erzählte Zemmrich gestern.

Danach seien in drei Arbeitsgruppen verschiedene Fragen zum Thema besprochen worden. "Was sehe ich kritisch, was befürchte ich?", lautete eine. Eine andere drehte sich um äußere Voraussetzungen, die helfen könnten, eine Integration zu ermöglichen und die anstehenden Probleme zu bewältigen. Die dritte Frage wollte wissen, was jeder einzelne sich als Erleichterung der Situation vorstellen kann und was er oder sie konkret unternehmen will. Nach jeweils einer Viertelstunde seien die Arbeitsgruppen gewechselt worden, sagte Zemmrich.

Herausgekommen seien sehr positive Ideen, "auch viele kleinteilige", freute sich der Pfarrer. Eine Familie habe konkret eine Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie ins Spiel gebracht, eine andere habe den Fremden die Stadt zeigen und erklären wollen. Auch Sprachkurse seien angesprochen worden.

Übereinstimmend hätten die Gruppen gewollt, dass die Themenabende zum Asyl weitergehen. Dort sollten demnächst auch Betroffene über ihre Erfahrungen reden. Etwa ein Bürgermeister aus einer Stadt berichten, in der bereits Flüchtlinge leben und versorgt werden. Oder ein Asylbewerber erzählen, wie man sich fühle in einem fremden Land. "Der Abend war für mich ein sehr hoffnungsvolles Zeichen", fasste Zemmrich gestern seine Beobachtungen zusammen.

Wann unterdessen die ersten Flüchtlinge in Markranstädt ankommen, ist noch ungewiss. Nach derzeitigem Stand müssten es gemessen an der Einwohnerzahl der Stadt 56 sein. Besprochen sei mit dem Landkreis, dass diese dezentral untergebracht werden sollen, berichtete die Erste Beigeordnete Beate Lehmann den Gästen des Themenabends.

Die Stadt habe dazu mehr als ein Dutzend private Vermieter angesprochen, die in großer Mehrheit einer Unterbringung der Flüchtlinge zugestimmt hätten. Avisiert seien bislang vornehmlich Flüchtlings-Familien, hieß es.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.03.2015

Jörg ter Vehn

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