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Thomas Schönfeldt wird neuer Schulleiter mit zwei Häusern

Thomas Schönfeldt wird neuer Schulleiter mit zwei Häusern

Das Gleichgewicht ist Thomas Schönfeldt wichtig. Helfen wird dem 49-Jährigen als neuem Direktor des Gymnasiums mit den Häusern Schkeuditz und Markranstädt vielleicht, dass er mit den eigenen Fächern Mathematik und Physik gut vorbereitet ist.

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Mit Jeans und Beckenbauer-Spruch: Der neue Gymnasiums-Direktor Thomas Schönfeldt mit Schülern und der zuständigen Beigeordneten Beate Lehmann.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Helfen wird ihm auch sein "neutraler" Wohnort Rückmarsdorf mit gleichen Anfahrtswegen in beide Hälften seines Schulkonstrukts.

Das soll seit der Zweckvereinbarung 2001 zum Überleben der Schule zwar gemeinsame Wege gehen, ist aber jetzt wegen der guten und stabilen Schülerzahlen von Markranstädt offiziell aufgekündigt worden, was Schkeuditz nicht akzeptiert (die LVZ berichtete). Schönfeldt als neuer - und einziger - Direktor steht mittendrin. "Beide Standorte sind gleichwertig", erklärte er gestern vor den Gymnasiasten in Markranstädt seinen Gleichgewichtssinn.

Mit Worten angelehnt an die Fußball-Legende Franz Beckenbauer ("Geht's rein und macht's Schule"), und Applaus für seinen erklärten Willen, die Schüler fit zu machen für die heutige Zeit und dies vor allem im IT-Bereich, schickte er am Morgen die rund 600 Markranstädter Schüler in den Unterricht. Vorher hatte er noch zwei neue junge Klassenlehrerinnen und einen attraktiven Sportlehrer vorgestellt.

Er freue sich, dass ins rund einhundert Lehrer starke Kollegium mehr Kontinuität hereingekommen ist, die Zahl der Abordnungen von Lehrern sinke. "Dadurch können wir die nötige Ruhe in den Unterricht hereinbekommen", sagte er. Andere Unruhe will er da nicht reinlassen. Die Frage der Schulträgerschaft sei eine politische, betont er. Das müssten die beiden Städte, der Kreis Nordsachsen, die Bildungsagentur und die Landesdirektion klären.

Dabei gehöre Leipzig mit an den Verhandlungstisch, forderte der zuständige Dezernent des Landratsamtes Nordsachsen, Horst Winkler. Für eine Perspektive der Häuser sei es wichtig, einen Konsens mit Leipzig zu finden. Winkler meinte damit die Schülerströme, die von der Messestadt auch in der Zukunft nach Schkeuditz und Markranstädt fließen müssten. Dann könne man sich über alles weitere unterhalten. Insofern gebe es mit Markranstädt eigentlich gar keinen Dissens, meinte er.

Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler) widersprach ihm beim Dissens. Er habe immerhin vom Stadtrat die Anweisung, die Vereinbarung aufzulösen. Auch er argumentierte Richtung Leipzig und den dortigen Schulbauplänen für Gymnasien am Stadtrand, anstatt die Häuser Markranstädt und Schkeuditz mit zu nutzen. "Die Region sollte zusammenstehen", forderte Spiske. Wenn Leipzig von einem etwas wolle, seien alle sehr freundlich. "Wenn es mal andersherum geht, sind die Arme nicht ganz so weit ausgebreitet", sagte er.

Wie berichtet, sieht Schkeuditz im Gegensatz zu Markranstädt seine eigenen Schülerzahlen als noch nicht so stabil an. Bürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler), hatte darauf versucht, von Leipzig Aussagen zu zukünftigen Schülerströmen zu erhalten, war damit jedoch gescheitert. Auf Enke lastet ein teurer Gymnasiums-Anbau, dessen Fördergelder sonst eventuell zurückgezahlt werden müssten.

Markranstädt sieht hingegen die Zeit der Trennung für gekommen. Die Bildungsagentur habe die Stabilität beider Standorte bestätigt, heißt es dort. Von 2003 bis 2014 habe die Stadt außerdem finanzielle Einbußen von rund 360 000 Euro hingenommen. Wie berichtet, hängt das mit veränderten Schlüsselzuweisungen vom Freistaat zusammen, wenn eine Stadt oder ein Kreis Träger einer Schule ist. Ein sachliches Argument für die Aufrechterhaltung des Zusammenschlusses bei finanziellen Nachteilen gebe es nicht, so die Stadt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.08.2015
Jörg ter Vehn

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