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Markranstädt Tourismusverein huldigt der Königin der Instrumente
Region Markranstädt Tourismusverein huldigt der Königin der Instrumente
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14:21 19.05.2015
Kantor Frank Lehmann am Spieltisch der Kreutzbach-Orgel in Markranstädt. Das Instrument weist einige Besonderheiten auf, die Lehmann gern erzählt. Quelle: Jörg ter Vehn

Wenn der Markranstädter Kantor Frank Lehmann von "seiner" Orgel erzählt, kommt er rasch ins Schwärmen. Da geht es um die "majestätische Klangfülle" aus ursprünglich 1362 Pfeifen in 24 Registern der Kreutzbach-Orgel, die erstmals am 31.12.1886 öffentlich zu hören gewesen sei. Aber auch um den Vorgängerbau, der schon 1617/18 in dem Gotteshaus seinen Dienst versah. Viel erzählen kann der Musikexperte vom "Orgelkorridor", der sich einst von Sachsen bis hoch nach Lübeck zog, und dass Orgeln in anderen Landesstrichen damals eher selten waren, erst im Zuge der Industrialisierung Standard in den Kirchen wurden.

Rund um Leipzig ist die Dichte historischer Orgeln mit am höchsten. Vornan bei Experten steht wohl die Zacharias-Hildebrandt-Orgel von 1723 in Störmthal, die damals Johann Sebastian Bach abnahm und die weitgehend unverändert die Zeit überdauerte. Aber auch die Silbermann-Orgeln in Rötha, die von Urban Kreutzbach in Borna und die Gottfried-Hildebrand-Orgel in Liebertwolkwitz gelten als etwas Besonderes. Eine der ältesten Orgeln der Region dürfte zum Beispiel das Instrument von Gottfried Richter aus dem Jahr 1671 in Pomßen sein.

Allein 22 besondere Orgeln im Neuseenland listete der Tourismusverein im Vorjahr fürs sein Projekt "Faszination Orgel" auf. 15 davon werden mit eigens erstellten Fotos näher erklärt auf einer eigenen Internetseite www.faszination-orgel.de. "Nach Ostern kommen noch mal 17 hinzu", erklärt Projektleiterin Josefine Heinicke vom Verein.

Die Königin der Instrumente lockt immer mehr Publikum an. Bei den bisherigen Sieben-Seen-Wanderungen seien zum Beispiel die thematischen Touren zu den Orgeln als erstes ausgebucht gewesen, erzählt Vereinsgeschäftsführerin Sandra Brandt. Das Publikum sei sehr anspruchsvoll und sachkundig. Der Verein habe sich daher bei dem Thema Verstärkung geholt, arbeite eng mit dem Orgelsachverständigen Klaus Gernhardt zusammen. Der arbeite dem Verein die Texte zu den Orgeln zu.

2012 habe der Verein das Thema erstmals aufgemacht, im Vorjahr begonnen, auch die Orgelkonzerte mitaufzunehmen. In diesem Jahr werde der Prospekt 42 Konzerte umfassen. "Wir haben aber auch die Touren ausgebaut", so Brandt. Es werde zehn öffentliche geben, dazu seien zwei verschiedene Gruppenangebote buchbar. Ziel sie immer, dem Gast die Orgel erlebbar zu machen. Daher müssten alle Instrumente spielbar sein, erklärt Heinicke eine der Bedingungen. Das diesjährige Infoblatt zur "Faszination Orgel" mit den Touren- und Konzertangeboten erscheint heute.

Markranstädt Pfarrer Michael Zemmrich freut sich über die Initiative, die für Markranstädt vom Kantor ausging. Es sei gut, wenn durch diese Angebote Interesse geweckt werde. "Und es gibt überall in unseren Häusern etwas zu entdecken", lädt er ein. Wer sich davon überzeugen will, der kann dies auch bei der Sieben-Seen-Wanderung. Eine 17-Kilometer Tour führt erstmals von Markranstädt zu den Kirchen in Quesitz, Kulkwitz, Lausen und Miltitz. "Die Tour ist noch buchbar", sagt Lehmann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2014
Jörg ter Vehn

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