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Markranstädt Ulrike Rost stellt ihren Töpferhof vor
Region Markranstädt Ulrike Rost stellt ihren Töpferhof vor
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09:53 02.10.2017
Kunsthandwerkerin Ulrike Rost lässt sich beim Töpfern am Jubiläumstag gern über die Schultern schauen. . Quelle: Foto: André Kempner
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Schkoelen/Markranstädt

Der Töpferhof in Schkölen wird 20 Jahre alt. Doch die Töpferscheibe dreht Kunsthandwerkerin Ulrike Rost schon viel länger. Mehr darüber war bei der Jubiläums-Feier am Sonnabend zu erfahren.

Alles passte. Zuallererst das Wetter: Die Herbstsonne drehte noch mal richtig auf. Es duftete nach Kuchen, Kaffee und gutem Wein. Befreundete Kunsthandwerker und Händler lockten mit individuellen Produkten. Viele Besucher genossen einfach die Stimmung, blinzelten in die Nachmittagssonne, schwatzten mit den Tischnachbarn und hörten auf die Klänge aus der Hofscheune. Dort überreichte der städtische Chor und weitere Musikanten musikalische Geburtstagsgrüße. Ein schöner Rahmen für einen fröhlichen, unbeschwerten Nachmittag. Die meisten Gäste wollten natürlich vor allem einen Blick in die Töpferwerkstatt werfen.

„Möchte jemand zugucken, wie ich schautöpfere? – Schnell ist Ulrike Rost von kleinen und großen Besuchern umringt. „Was wollen wir denn mal töpfern?“,fragte sie. „Eine Barbie“, schlägt ein Mädchen vor. „Eine Barbie wäre wohl nicht rund genug“, kommt die lachende Antwort mit Hinweis auf etliche bauchige Kannen, Krüge, Vasen oder Becher in den Regalen. Also doch besser einen Krug. Geschickt zieht die Keramikmeisterin den Ton nach oben und bringt die Scheibe in Schwung. Das wollen etliche Kinder auch probieren. Aber die meisten von ihnen haben gar nicht so lange Beine, um an die Töpferscheibe zu gelangen. Macht nichts – Ton formen können sie trotzdem. Gleich drei Familienmitglieder arbeiten an einer Mehrgenerationen-Schnecke: Miley (7), Mama Aline aus Lindenau und Omi Conny Zirk aus Lindenthal. Geschmückt wird das kleine Tier mit einem großzügigen Schneckenhaus inklusive Schmuckkante.

Während die einen formen, steht Ulrike Rost Rede und Antwort. „Wo haben sie ihre Kunst gelernt?“, möchte Susann Schlagner wissen, die mit Tochter und Nichte aus Weißenfels gekommen ist. Die Töpferei habe ihr schon immer sehr am Herzen gelegen, so Rost. Nach der Keramiklehre folgten spannende Wanderjahre: „Ich habe in über zehn Werkstätten in Deutschland und England gearbeitet. Bekannte Namen sind darunter – so etwa Echt Bürgeler Blau Weiß oder Hedwig Bollhagen in Marwitz / Velten.“ Aber auch bei Töpfereien in Worpswede, Binz oder Wenford im englischen Cornwell habe die junge Frau ihr Wissen erweitert. Nach der Ausbildung zur Keramikmeisterin studierte sie „Gestalter im Handwerk.“ 1997 kaufte sie den historischen Vierseithof in Schkölen und gründete ihre Werkstatt, wo sie Kurse anbietet.

Wer sich mit Ulrike Rost unterhält, spürt, wie erfüllt sie von ihrem Beruf ist. Ein Vorbild sei unter anderem ein japanischer Meister, bei dem sie ebenfalls lernen durfte. „Klare Linien, reduzierte Formen findet man auch bei meinen Arbeiten. Lieber Bauhaus als Barock. Aber mit kleinen, versteckten Details“, umreißt die 44-Jährige ihr Tun. Außerdem: Zu einer schlanken, eleganten Form passe zartes Material. Bäuerliche Keramiken können dagegen auch kräftiger sein. Doch generell gelte: „Meine Werkstatt muss nicht immer größer werden. Mit ihr habe ich mir meinen Lebenstraum erfüllt. Jeder sollte seinen Traum ausleben dürfen.“

Von Ingrid Hildebrandt

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