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Umbauten kommen voran, aber Kommunikation bleibt schwierig

Neues Flüchtlingsheim Umbauten kommen voran, aber Kommunikation bleibt schwierig

In einem langgezogenen Endspurt ist in den vergangenen Tagen das ehemalige Hotel Gutenberg für seine Nutzung als Flüchtlingsheim umgebaut worden. Am heutigen Dienstag sollen die ersten 50 Bewohner einziehen - und weil noch nicht alles komplett fertig ist, wird es eine „Notbelegung“.

Je acht Bewohner teilen sich künftig einen Herd. In der zentralen Küche sind die nötigen Umbauten dafür fast fertig.

Quelle: Kempner

Markranstädt. In einem langgezogenen Endspurt ist in den vergangenen Tagen das ehemalige Hotel Gutenberg für seine Nutzung als Flüchtlingsheim umgebaut worden. Am heutigen Dienstag sollen die ersten 50 Bewohner einziehen - und weil noch nicht alles komplett fertig ist, wird es eine „Notbelegung“.

„Wir haben einfach keine freien Plätze mehr und müssen wie gesetzlich vorgeschrieben die Notbelegungen der Turnhallen in Grimma und Böhlen nach drei Monaten beenden“, erklärte am Montag Brigitte Laux vom Kreis bei einem Rundgang durchs Haus das Dilemma. Objektleiter Andreas Stets führte sie und Bürgermeister Jens Spiske durch die Zimmer, erklärte die Baumaßnahmen.

Die ersten Zimmer seien soweit vorbereitet, die 50 Flüchtlinge würden auf einer Etage in Zwei-, Drei- oder Vierbettzimmern untergebracht, so Stets. So könne auf den anderen Etagen weitergebaut werden. Jede erhalte eine Teeküche, die Geräte darin seien mit einer Abschaltautomatik versehen. Auch die 22 Herde für die künftig bis zu 180 Leute in der zentralen Küche im Erdgeschoss würden jetzt aufgestellt. Sie seien über die Haustechnik mit einer ähnlichen Abschalteinrichtung versehen.

Im Haus sei eine neue Brandschutzwand eingezogen worden, ein Übersprungschutz vor Flammen im Dach folge in den nächsten Tagen, hieß es. Ebenso würden Leitungsschächte im Haus noch umgebaut. Brandmelder seien installiert, eine komplett neue Anlage werde in der Gemeinschaftsunterkunft eingebaut. Beim Wachschutz am Eingang laufen die Drähte künftig zusammen. Am Montag noch sollte der Empfangstresen dafür fertig werden, der Rund-um-die-Uhr-Schutzmann seinen Dienst aufnehmen. Am Freitag bereits hatte der Kreis festgestellt, dass Sicherheit und Brandschutz für eine Notunterkunft gewährleistet seien.

Spiske wies Stets auf Fragen bei den benachbarten Grünanlagen hin. Die gehörten zur kommunalen Wohnungsbaugesellschaft MBWV. Es gebe eine Reihe von Problemen und Besonderheiten mit dem Haus. „Es ist deshalb wichtig, dass sie mit uns kommunizieren“, so der Bürgermeister.

Stets erklärte, die neuen Bewohner würden belehrt, wie sie sich außerhalb des Hauses zu verhalten haben. Mit den unmittelbaren Nachbarn habe er jeweils gesprochen, die wünschten ausdrücklich keinen Zaun um das Haus, so Stets. Zum direkten Hofnachbarn werde es aber in Abstimmung mit dem eine Mauer geben. Er habe auch versucht, mit der MBWV zu reden, um bei der Mieterversammlung der Nachbarn in der vorigen Woche sich und das Objekt vorstellen zu dürfen. Das sei ihm von der Geschäftsführung nicht erlaubt worden, so Stets. Die MBWV ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt.

Wegen eventueller Sicherheitsfragen habe er auf Anraten des Polizeireviers vor zwei Wochen bei der Stadtverwaltung vorgesprochen und um ein weiterführendes Gespräch mit allen Beteiligten gebeten, so Stets – das sei wohl wegen Urlaubs wieder vergessen worden. Spiske erklärte, davon nichts zu wissen.

Rund 50 Flüchtlinge und Asylsuchende sollen heute in das Haus einziehen. Sie kommen direkt aus einer Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaates. Unter ihnen befinden sich Familien, Paare und Alleinerziehende aus dem Nahen Osten, aber auch einige Russen und Marokkaner . Der Freistaat hatte im Vorfeld angekündigt, dass von Nordafrika wohl künftig kaum noch Asylsuchende kämen. „Es könnte sich aber noch um Altfälle handeln“, so Laux. Und Asylsuchende aus der Russischen Föderation seien seit Jahren stark vertreten. Hintergrund: Aus dem Krisengebiet Nordkaukasus werden fortlaufend zahlreiche Menschenrechtsverletzungen gemeldet.

Von Jörg ter Vehn

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