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Markranstädt Unfall entfacht Streit um undichtes Sportcenter neu
Region Markranstädt Unfall entfacht Streit um undichtes Sportcenter neu
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08:00 18.01.2013
Markranstädt

SCM-Vereinspräsident Daniel Riegert und der designierte Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) fordern jetzt Taten von der Stadt.

Als Markranstädt noch Bundesliga-Avancen mit seinen Sportlerinnen hatte, war die Halle 2007 eröffnet worden. Doch schon 2009 zeigte sich, bei Regen tropft es hinein. Schuld sollen undichte Fensterbänder im Dach sein. Geschätzter Schaden laut Rathaus: Mehr als 250 000 Euro. Seitdem schwelt ein Gewährleistungsstreit zwischen der Stadt und den am Bau Beteiligten. Hauptproblem: Der damals beauftragte Generalunternehmer ist längst pleite, der Mangel muss gegenüber Dritten geltend gemacht werden. Und: Beweissicherungsverfahren ziehen sich auch anderswo leicht über Jahre. Wer vorher den Schaden beseitigt, riskiert, gänzlich auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Alle Seiten haben sich mit den Wasserschäden so gut es geht arrangiert. Schulsport soll im Sportcenter laut Stadt sofort eingeschränkt werden, sobald der Hallenwart Gefahren sieht. Vereine könnten die Halle nur auf eigene Verantwortung nutzen, so das Rathaus.

Das alles hilft Rückraumspielerin Dana Hiersemann nichts. Vorigen Mittwoch rutschte sie auf einer Pfütze aus, zog sich eine schwere Knieverletzung zu. „Das Wasser war echt nicht zu sehen“, so die im Vorjahr examinierte Sportlehrerin, die wahrscheinlich länger ausfällt. Sie wolle aber nicht, dass der Vorfall zum Anlass für eine Sperrung der Halle wird. „Dann müssten alle Sportler darunter leiden“, so Hiersemann. Ihr Vereinspräsident Daniel Riegert beklagt, dass er seit Jahren Druck macht, nichts geschieht. „Ich will, dass jetzt endlich Bewegung in die Sache kommt, die Halle wieder ohne Einschränkung bespielbar wird“, sagt er. Notfalls müsse die Stadt eben Geld dafür in die Hand nehmen.

„Wir fordern, dass das Sportcenter endlich Thema im Stadtrat wird“, sagt Jens Spiske, designierter Bürgermeister. Die Stadt müsse ihrer Verantwortung gerecht werden. „Und wenn man nichts tut, dann muss man auch so ehrlich sein und die Halle sperren“, sagt er.

Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann, die wegen einer Wahlanfechtung derzeit das Rathaus führt, erklärte gestern, die Stadt sei ständig mit dem Thema befasst, im nächsten Technischen Ausschuss werde der beauftragte Rechtsanwalt berichten. Danach würden im Ausschuss und im Stadtrat der weitere Werdegang und entsprechende Maßnahmen besprochen.

Unterdessen ist das Ermittlungsverfahren gegen Ex-Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) „wegen Baugefährdung und strafrelevanter Versäumnisse bei der Risikoabwehr am Sportcenter Markranstädt“ wieder aufgenommen worden. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz bestätigte diese Information Spiskes. Die Wiederaufnahme habe aber mit dem Vorfall nichts zu tun, beruhe auf einer Beschwerde nach der Einstellung des Verfahrens 2012.

Jörg ter Vehn

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