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Markranstädt Ungeliebte Seenplatte verschwindet von ganz alleine
Region Markranstädt Ungeliebte Seenplatte verschwindet von ganz alleine
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17:02 11.10.2016
Das Wunder von Gärnitz: Vor einem Jahr fast abgesoffen, steht am Pumpenhäuschen die Messlatte heute kaum noch im Wasser.
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Markranstädt

Eines der komplexesten Probleme der Stadt Markranstädt scheint sich gerade in Luft aufzulösen: Die Vernässungsfläche in Gärnitz, von manchen liebevoll auch Seebenischer Seenplatte genannt, wird immer kleiner.

Um es vorwegzunehmen: Den Grund kennt niemand so genau. Die einen sagen, es sei der insgesamt trockene Sommer gewesen, der vielerorts die Grundwasserstände sinken ließ. Andere meinen, die Arbeiten an der Kanalisation in Seebenisch hätten zu Veränderungen der unterirdischen Wasserströme geführt. Wieder andere glauben, das Wunder von Gärnitz hänge mit der Trockenlegung des benachbarten Sportplatzes zusammen. Seitdem dort die Drainage funktioniere und das beim Sportplatz zusammenlaufende Wasser der oberhalb liegenden Felder nicht mehr über die Kleingärten Richtung See abläuft, sondern in die Kulkwitzer Lachen umgepumpt wird, ist tatsächlich die Vernässungsfläche um über die Hälfte kleiner geworden. Ob der zeitliche Zusammenhang auch ein kausaler ist, muss sich aber erst noch erweisen.

Die Stadt versucht trotzdem schon Nägel mit Köpfen zu machen, hat beim Landratsamt einen niedrigeren Wasserstand beantragt. Denn so kurios es klingt: Die Vernässungsfläche ist als Gewässer der Gemeinde festgestellt – und das hat gewisse Regularien auch zur Wasserhöhe einzuhalten.

Zuletzt hatte der Kreis eine Höhe von 121,10 über Normalnull festgelegt, wie berichtet eine Gefahr für die dort lebenden Flora und Fauna gesehen, wenn der Pegel darunter sinkt. Letztmalig sei im März diesen Jahres Wasser abgepumpt worden, um den Pegel zu erreichen, so die Stadt. „Seitdem hat sich der Wasserstand natürlich auf einen Pegel von 120,71 abgesenkt“, heißt es.

Inzwischen dürfte er noch weiter gesunken sein. Bei einer Kontrolle am Dienstag stand die Messlatte am Pumpenhäuschen mit vier Zentimetern kaum noch im Wasser. Vor einem Jahr lugte nur noch das Hausdach aus dem Nass.

Beantragt hat die Stadt nun einen Pegel von 120,75 Metern über Normalnull, also 35 Zentimeter weniger als zuletzt. Damit sei der Grundwasserstand stabil, könnten Schwankungen mit negativen Auswirkungen auf benachbarte Häuser und Straßen vermieden werden, heißt es. Kleingartenanlage und Sportplatz seien damit nicht mehr gefährdet, die Gefahr für die Ortsverbindungsstraße verringert, landwirtschaftliche Flächen teilsweise wieder nutzbar.

Der Kreis hat noch nicht entschieden, warnt jedoch vor einer Festschreibung von größeren Flachwasserzonen und einer weiteren Veränderung des Gewässer-Charakters. Sollte die Stadt das Gewässer ganz beseitigen wollen, müsse sie dies über ein Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion beantragen, so der Kreis. Wer es genehmigen muss, wenn das Wunder einfach so weitergeht, beantwortete der Kreis nicht.

Von Jörg ter Vehn

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